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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Vor Kaiserin Richenza, die mit ihrem Hof in der Bischofspfalz weilt und bei der sich magister Bruno, Bischof (von Straßburg), magister Anselm, Bischof (von Havelberg), und viele Große aufhalten, ferner der Richter (iudex) Adegerius de Sancta Cruce, der Richter Gerhard, Cazawerra, Malencalzo und Serafinello, erhebt Abt Placidus von S. Pietro zu Modena Klage gegen in seiner Klageschrift genannte Besitzstörer seines Klosters.

Originaldatierung:
(mense septembris, in Regensi episcopali palatio)

Überlieferung/Literatur

Deperditum einer Urkunde Richenzas; erwähnt in einer Klageschrift des Abtes Placidus von S. Pietro zu Modena an den Legaten Kardinal Hildebrand von um 1151. Kop.: Modena, Archivio di Stato, Corporazioni soppresse, Monasterio di S. Pietro, Cop. Drucke: L.A. Muratori, Antiquitates Italicae medii aevi tom. 6, Mediolani 1742 Sp. 235. DRich. 1: MCXXXVI mense septembris sanctissime et iustissime domine R(icheze) dei gratia regine et Romanorum imperatrici auguste, uxori domini Lotharii imperatoris cessaris augusti, in Regensi episcopali palatio cum sua curia commoranti horum malefitiorum querelam deposuimus. Cum ea ibi erat magister Bruno episcopus et magister Anselmus episcopus et alia multitudo baronum suorum. Ibi etiam erat Adegerius iudex de Sancta Cruce et Girardus iudex, Cazawerra, Malencalzo et Serafinello. Von derselben Hand wie diese Klageschrift stammt die an gleicher Stelle verwahrte Bittschrift, die an die Kaiserin gerichtet worden war. Druck: DRich. 1, Vorbemerkung: MXXXXVI. Conquerimus vobis sanctissima ac iustissima dei gratia Romanorum imperatrix augusta ego Placidus humilis abbas totusque conventus sancti Petri Mutinensis monasterii de Bernardo eiusque filio, de Malencalzo eiusque fratre, de Serafinello et suo fratre und andere genannte Personen.

Kommentar

Zur Überlieferung der an Richenza gerichteten Bittschrift des Abtes sowie zu jener der Bittschrift von um 1151 s. HIRSCH/ OTTENTHAL, DRich. 1, Vorbemerkung, sowie KEHR, It. Pont. 5 S. 314, 315 Nr. 3. - Zur Rolle Brunos und Anselms an Richenzas Hof und zum magister -Grad der beiden vgl. PETKE, Lothar S. 74, 330. Die Richter Adegerius iudex de Sancta Cruce und Girardus iudex identifiziert J. FICKER, Forschungen zur Reichs- und Rechtsgeschichte Italiens 3, 1872 S. 158f., mit den in Reg. 541 als Richter genannten Adeger von Nonantola und Gerhard von Panzano. Adeger war Sohn des 1113 bei der Markgräfin Mathilde erwähnten Vogtes Albert von Nonantola und wird noch 1178 erwähnt; Gerhard von Panzano begegnet 1141 im Modenesischen als Zeuge beim Erzbischof von Ravenna und 1147 als Konsul von Reggio, s. FICKER, a.a.O. Vgl. J. FRIED, Die Entstehung des Juristenstandes im 12. Jahrhundert, 1974 S. 51, 232f. mit Anm. 23, TH. GROSS, Lothar III. und die Mathildischen Güter, 1990 S. 130f. Die Person Cazawerra ist offenbar mit dem in Reg. 533 erwähnten Cazaguerra identisch; in den als anwesend genannten Malencalzo und Serafinello sind wahrscheinlich die in der Bittschrift erwähnten gleichnamigen Beklagten zu erblicken. Serafinello ist der Sohn eines mehrfach bei der Markgräfin Mathilde genannten Corvulus de Frignano (STUMPF 3158, 1118 Juni 21), GROSS, a.a.O. S. 130. - Die überlieferte Datierung könnte Zweifel erwecken, weil Bischof Anselm von Havelberg und auch der Bischof Adelmus von Reggio noch am 3. Oktober in Correggioverde aufgeführt sind (Reg. 510). Aber nicht nur könnten sie dort Handlungszeugen einer erst am 3. Oktober erfolgten Beurkundung sein, sondern es ist auch möglich, daß beide Bischöfe bei den nur rund 25 Kilometern Entfernung der Stadt Reggio von Correggioverde mehrfach den Ort gewechselt haben; da Richenza zuletzt am 25. September bei Lothar genannt wird (Reg. 508), kann sie bereits Ende September in Reggio Gericht gehalten haben, vgl. HIRSCH/ OTTENTHAL, DRich. 1, Vorbemerkung, KUCK, Itinerar S. 36. - Zur Bezeichnung Richenzas in der Klageschrift als sanctissima imperatrix vgl. W. KIENAST, Deutschland und Frankreich in der Kaiserzeit (900-1270). Weltkaiser und Einzelkönige 3 (Monographien zur Geschichte des Mittelalters 9, III) 1975 S. 677f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. D509, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1136-09-00_1_0_4_1_1_509_D509
(Abgerufen am 16.01.2017).