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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar nimmt die Abtei Marienmünster in seinen Schutz, die sein getreuer Widukind (von Schwalenberg) auf Eigengut gestiftet und mit Benediktinern besetzt hat (abbaciam in loco qui vocatur Monasterium sancte Marie in sua fundavit proprietate instituens ibi vitam monachorum secundum regulam sancti Benedicti), wobei diesem von Bischof Bernhard von Paderborn tatkräftige Hilfe gewährt worden ist. - Ego Bertoldus vice Adelberti archicancellarii recognovi; verfaßt und wahrscheinlich geschrieben von Ekkehard A = Bertolf. Cum omnium studia.

Originaldatierung:
(pridie non. augusti, Corbeie)

Überlieferung/Literatur

Kop.: Nordrhein-Westfälisches Staatsarchiv Münster, Ms. VII 4525, Copia quarundam litterarum circa statum monasterii nostri (Mariaemunstrensis), 15. Jh., S. 23f. (B). Nordrhein-Westfälisches Staatsarchiv Detmold, D 71 Nr. 11, Kopialbuch des Klosters Marienmünster, 16. Jh., f. 4v (C). Drucke: Nicolaus Schaten, Annalium Paderbornensium pars 1, Neuhusii 1693 S. 741. Johannes Fridericus Falke, Codex traditionum Corbeiensium, Lipsiae et Guelpherbyti 1752 S. 217f. H.A. Erhard, Regesta Historiae Westfaliae 2. Accedit Codex diplomaticus historiae Westfaliae, 1851 S. 19 Nr. 220. R. Wilmans, Die Kaiser-Urkunden der Provinz Westfalen 777-1313 Bd. 2, Abth. 1, bearb. F. Philippi, 1881 S. 289f. Nr. 218. DLo.III. 89. Reg.: Stumpf 3322.

Kommentar

Der Textzeuge B S. 24 bietet das Kaisermonogramm Bertolfs, woraus sich die Mundierung wahrscheinlich durch ihn ergibt. - Die Stiftung der Abtei war 1128 von Bischof Bernhard von Paderborn beurkundet worden, ERHARD, a.a.O. S. 9 Nr. 205; danach sollte das Kloster, das damals bereits unter der Leitung des Abtes Gerhard stand, keine Ministerialen und keine Lehnsleute haben, die freie Abtswahl genießen und hinsichtlich der Spiritualien dem Paderborner Bischof unterworfen sein; das Vogteistatut sah die erbliche Stiftervogtei unter Beachtung des Idoneitätspinzips vor. Im Jahre 1130 hat Erzbischof Adalbert von Mainz das Kloster bestätigt, STIMMING, Mainzer UB 1 S. 472 Nr. 560. Am 2. Oktober 1137, bei Tivoli und vor der Trennung des Papstes vom kaiserlichen Heer in Farfa (vgl. Reg. 640, 641), erfolgte durch Innozenz II. die Inschutznahme des Klosters ... consilio et assensu gloriosi filii nostri Lotharii Romanorum imperatoris augusti nec non bone memorie fratris nostri Adelberti Maguntini archiepiscopi regimini Paderbornensis ecclesie ab eo (sc. Widukind) pro sua deuotione oblatum, JL 7853. - Der Abt Gerhard stammte wahrscheinlich aus Corvey, vgl. JAKOBS, Hirsauer S. 65, 176f., CL. BORGOLTE, Studien zur Klosterreform in Sachsen im Hochmittelalter. Diss. phil. Braunschweig 1976 S. 109ff. Graf Widukind von Schwalenberg, ein Verwandter Bischof Bernhards, war seit 1116 Corveyer Vizevogt, vgl. F. FORWICK, Die staatsrechtliche Stellung der ehemaligen Grafen von Schwalenberg, 1963 S. 2ff., H.H. KAMINSKY, Studien zur Reichsabtei Corvey in der Salierzeit, 1972 S. 163f. Zu Widukinds Abkunft mütterlicherseits vgl. Reg. 386. Über seine Verbindungen zu Lothar vgl. PETKE, Lothar S. 231f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 491, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1136-08-04_1_0_4_1_1_491_491
(Abgerufen am 23.05.2017).