Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

Sie sehen den Datensatz 483 von insgesamt 673.

Lothar stiftet das Benediktinerkloster St. Marien in Chemnitz, stattet es mit Land im Umkreis von zwei Meilen aus, überläßt ihm etwaige, der königlichen Kammer gehörende Silbererz- und Salzfunde auf Klostergrund, überträgt es dem römischen Stuhl und bestellt den Markgrafen Konrad (von Wettin) zum Vogt.

Überlieferung/Literatur

Wahrscheinliches Deperditum; erwähnt in DKo.III. 86 von 1143: locus Kameníz, dictus ... a venerabili inperatore Lothario Romane ecclesie cum confiniis suis ... delegatus. Huic loco per circuitum sui termini duo miliaria sunt positi et sic regia traditione oblatus est locus Christo genitricique eius beate Marie. Hoc regale propositum ... decrevit inperator idem Lotharius inibi Christo famulantes cum omni libertate et utilitate terminos suos possidere, et si qua lucra in venis argenti vel salis ad cameram regalem pertinentia aliquando ibi invenirentur vel essent inventa, usui eorum manerent ... possidenda ... Advocatiam autem marchioni Cunrado a predecessoribus nostris commissam nos etiam commendamus. Reg.: Stumpf -.

Kommentar

Lothar wird in dem in der Mitte des 13. Jh. angelegten Chemnitzer Nekrolog genannt, H. ERMISCH, UB der Stadt Chemnitz und ihrer Klöster (Cod. dipl. Saxoniae Regiae 2, 6) 1879 S. 481: II. non. [dec.] obiit pie memorie Lottarius imperator, fundator Kemnizcensis ecclesie. Dabei stammen fundator bis ecclesie wie der ganze Eintrag für Richenza (ebenda S. 477) IIII. id. [iun.] obiit Richza imperatrix fundatrix Kemnizcensis ecclesie von einer wenig jüngeren, dem 13. Jh. angehörenden Hand, vgl. ERMISCH, a.a.O. S. 481 Anm. b. - Über die offenbar mit unbesiedeltem Königsland ausgestattete und am ehesten während des Merseburger Hoftags gestiftete Abtei vgl. W. SCHLESINGER, Die Anfänge der Stadt Chemnitz, 1952 S. 13-26, 85, W. SCHLESINGER, Kirchengeschichte Sachsens 2, 2. Aufl. 1983 S. 192f., WADLE, Reichsgut S. 244f., 280, M. KOBUCH, Die Anfänge der Stadt Chemnitz, in: Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 26 (1983) S. 141. Über Grabungen in Kirche und Klausur des Klosters vgl. V. GEUPEL, Archäologische Forschungen im ehemaligen Benediktiner-Kloster in Chemnitz/Karl-MarxStadt, in: Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege Beiheft 19 (1990) S. 83-97. - Wegen der Verzeichnung zahlreicher Pegauer Mönche im Chemnitzer Nekrolog nehmen H. ERMISCH, Geschichte des Benedictinerklosters zu Chemnitz bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, in: ArchivSächsG NF 4 (1878) S. 262f., und SCHLESINGER, Chemnitz S. 85, SCHLESINGER, Kirchengeschichte S. 192, eine Besetzung des Klosters durch Pegauer Mönche an.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 483, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1136-00-00_2_0_4_1_1_483_483
(Abgerufen am 30.03.2017).