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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar verleiht der Kirche S. Pietro in Pieve Gurata (Wirada) nach dem Vorbild seines Vorgängers Kaiser Heinrich (V.) auf Bitten Bischof Otberts von Cremona seinen Schutz, <erweitert diesen auf die Pfarreien S. Pietro in Pieve Delmona (Dalmona), in Grumone (Grimone), in Pieve Terzagni (Littera Iohannis), in Pieve S. Maurizio (plebem sancti Mauricii de Casanoua), in Pieve S. Giacomo (plebem sancti Iacobi) und alle anderen Eigenkirchen des Bistums Cremona (que sunt sub regimine ac potestate Cremonensis episcopi) mit allem Zubehör, allen Geistlichen und allen Leuten, überläßt jenen alles an diesen bestehende Recht des Reiches (quod in prefatis personis et rebus ad ius imperii pertinet), gewährt die Immunität mit Gerichtsstand vor dem Kaiser, wenn er in das langobardische Königreich kommt, und erklärt Maßnahmen seiner Grafen Guazo und Albericus, die dieser Urkunde zuwiderlaufen, für ungültig>. - Ego Ekkehardus vice Brunonis archicancellarii recognovi; Verfälschung einer wohl von Ekkehard A = Bertolf unter Benutzung von D Heinrich V. Stumpf 3141 (VU. I) und wohl DLo.III. 102 (Reg. 523) (VU. II) verfaßten Urkunde. <Ad nostram pervenit notitiam >.

Überlieferung/Literatur

Verfälschung; Kop.: Cremona, Biblioteca Governativa, AA. 6. 25, Codex Sicardianus, Anfang 13. Jh., S. 47 (B). Drucke: Ughelli, Italia sacra ed. II vol. 4, Venetiis 1719 S. 601 Nr. 46. L. Astegiano, Codice diplomatico Cremonense vol. 1 (Monumenta Historiae Patriae, ser 2, tom. 21) Turin 1895 110 Nr. 100. DLo.III. 103. Reg.: Stumpf 3363.

Kommentar

Zweck der Fälschung ist die Ausdehnung des von Heinrich V. 1116 (VU.) der Kirche Pieve Gurata verliehenen Schutzes auf alle bischöflichen Kirchen des Bistums Cremona. Da Bischof Sicard von Cremona 1213 die Pfarreigrenzen von Pieve Gurata unter anderem gegen S. Maurizio festgelegt hat (ASTEGIANO, a.a.O. vol. 1 S. 224 Nr. 176), war damals das Recht des Bischofs an dieser Pfarrei gegeben, wobei es sich freilich auch nur um seine Prärogative als Ortsbischof gehandelt haben kann. Jedoch paßt zu diesem Jahr als dem terminus ante für die Fälschung die Überlieferung im Codex Sicardianus, der Abschriftensammlung Bischof Sicards (1185-1215), s. HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 103, Vorbemerkung. - Vorlagen der Urkunde sind das genannte D Heinrich V. sowie wohl DLo.III. 102 (Reg. 523) für Monticelli (VU. II). Die Annahme, daß nicht Fälschung, sondern lediglich Verfälschung eines Diploms Lothars vorliegt - von HIRSCH in der Vorbemerkung von DLo.III. 103 nur als "sehr entfernte Möglichkeit" bewertet - wird durch die gegenüber DLo.III. 102 (VU. II) kanzleigemäße Intitulatio gestützt. Es dürfte sich bei Lothars Urkunde um die Bestätigung des D Heinrich V. gehandelt haben. Wie im Empfängerregister zu DDLo.III. S. 237 s. v. Cremona bemerkt, hat wegen der Überlieferung des Diploms das Bistum Cremona als sein Empfänger zu gelten. Zum Bestreben der Cremonenser Bischöfe des 12. Jh., den Bestand ihrer Pfarrkirchen zu sichern und zu mehren, vgl. KEHR, It. Pont. VI, 1 S. 266 Nr. 14 (JL 8524), S. 267 Nr. 18 (JL 9277), S. 268 Nr. 23 (JL 10179), S. 269 Nr. 26 (JL 11407), S. 273 Nr. 46 (JL 16029). Die Einreihung ergibt sich aus den Diktatberührungen mit DLo.III. 102 (Reg. 523), s. Vorbemerkung zu DLo.III. 103. - Zur Identifizierung der Ortsnamen vgl. ASTEGIANO, a.a.O. vol. 2 (Monumenta Historiae Patriae, ser. 2, tom. 22) Turin 1898 S. 421ff., und A. AMATI, Dizionario corografico dell'Italia (L'Italia sotto l'aspetto fisico, militare, storico ...) Bd. 1-8, Milano, Napoli, Palermo 1876-1888, passim.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. †526, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1136-00-00_1_0_4_1_1_526_F526
(Abgerufen am 25.02.2017).