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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar gestattet und befiehlt einem gewissen Rotlin, daß dieser das ganze von ihm angelegte Dorf †Kattersnaundorf mit neunzehn Hufen Ackerland und allem Zubehör und allen Abgaben der Pfarrkirche in Lissa überträgt, wobei auch die Erlaubnis der zuständigen Markgrafen eingeholt wird.

Überlieferung/Literatur

Mögliches Deperditum; erwähnt in DF.I. 233 vom 24. November 1158: villa, que vocatur Katersnyendorp, tota cum silvis et agris XIX mansorum terre arabilis cum tritico, frumento et pullis, cum omni utilitate et iure, quam predictus Rotlin primo constructam permissione et mandato Lotheri imperatoris et marchionum ipsius terre eisdem parrochie et ecclesie (sc. in villa Lisszow) legavit et donavit. Reg.: Stumpf -.

Kommentar

Das DF.I. 233 bestätigt eine Auflassung von einst dem Rotlin gehörenden Gütern - unter diesen auch solche in Lissa - durch Markgraf Dietrich von der Lausitz zugunsten einer Kirche der hl. Maria und des hl. Erzengels Michael. Da ein spätmittelalterlicher Schlußstein, eine St. Michaelsskulptur und eine Glocke des 15. Jh. in der Kirche von (Groß) Lissa das dortige Marien- und Michaelspatrozinium bezeugen (BESCHREIBENDE, hg. v. d. Hist. Commission der Provinz Sachsen, Heft 16. Kreis Delitzsch, 1892 S. 152f.), ist mit H. SCHIECKEL, Regesten der Urkunden des Sächsischen Landeshauptarchivs Dresden 1, 1960 S. 67 Nr. 67, und DF.I. 233, Kopfregest, die Pfarrkirche Lissa nordnordwestl. Leipzig als Empfänger des Barbarossa-Diploms anzusehen. Dagegen beziehen POSSE/ ERMISCH, Cod. dipl. Saxoniae Regiae 1, 2 S. 197 Nr. 289, DOBENECKER 2 Nr. 185, W. SCHLESINGER, Kirchengeschichte Sachsens l, 2. Aufl. 1983 S. 177, WADLE, Reichsgut S. 245, die Urkunde unzutreffend auf eine Kirche in Weißenfels an der Saale. - Welche Markgrafen das DF.I. 233 für die Verleihung zur Zeit Lothars im Blick hat, ist unsicher. In Betracht kommen sowohl Heinrich von Groitzsch († 31.12.1135) als auch Konrad von Wettin. Konrad wurde 1136, wahrscheinlich im Mai (vgl. Reg. 479), auch noch Markgraf der Lausitz; danach die Einreihung des Regests.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 482, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1136-00-00_1_0_4_1_1_482_482
(Abgerufen am 22.10.2017).