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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Abt Bernhard von Clairvaux an Lothar: Bei der Rekonziliation der Mailänder habe er nicht vergessen, wozu er von ihm ermahnt worden sei. Die Mailänder seien vom Papst (Innozenz II.) erst in die Gemeinschaft der Kirche wiederaufgenommen worden, nachdem sie öffentlich Konrad (von Staufen) abgesagt, Lothar als ihren Herrn, König und Kaiser anerkannt (palam Conrado refutato et abnegato dominum nostrum Lotharium in suum dominum et regem receperunt et Romanorum Imperatorem augustum una cum toto orbe confessi sunt) und auf Befehl des Papstes unter Eid versprochen hätten, für das begangene Unrecht in einem Maße Genugtuung zu leisten, das Lothars würdig sei. Er bittet, Lothar möge zu gegebener Zeit, wenn die Mailänder durch den Papst als Vermittler um seine Gnade bäten, sie wohlwollend annehmen, damit sie nicht bereuten, klugem Rat gefolgt zu sein, und damit Lothar von ihnen ihren schuldigen Dienst und ihre Ehrerbietung empfange. Fänden die Mailänder ihn unerbittlich, dann würden diejenigen betroffen, welche ihnen Hoffnung auf des Kaisers Milde gemacht hätten.

Überlieferung/Literatur

Bernardi ep. 137, hg. J. Leclercq/H. Rochais (S. Bernardi opera 7) 1974 S. 333.

Kommentar

Die Varianten zur Rubrik ad Imperatorem Romanorum lauten ad Imperatricem Romanorum; ihnen folgt die Edition. Wegen des Gewichts der von Bernhard behandelten Fragen kommt jedoch sehr wahrscheinlich nur Lothar als Empfänger des Briefes in Betracht. Die vermutlich erst von einem Kopisten vorgenommene Zuweisung des Briefes an Richenza wird deshalb erfolgt sein, weil im Zusammenhang mit der Absage der Mailänder an Konrad und ihrer Annahmeerklärung des Süpplingenburgers von Lothar in objektiver Form die Rede ist, vgl. G. HÜFFER, Der heilige Bernhard von Clairvaux, 1886 S. 206 Anm. 2, E. VACANDARD, Vie de Saint Bernard tom. 1, 1895 S. 377 Anm. 2, E. CASPAR, Roger II., 1904 S. 173, PETKE, Lothar S. 411 mit Anm. 31. - Vgl. Reg. 444, danach auch die Datierung. Bernhard erwähnt seine Reise nach Mailand nicht. Daher schrieb er den Brief möglicherweise noch in Pisa vor seinem Aufbruch in die Lombardei. - Auffallend ist Bernhards Sorge, daß er und der Papst von Lothar desavouiert werden könnten. Der von Bernhard angedeutete Auftrag Lothars könnte ihm auf dem Bamberger Hoftag erteilt worden sein (Reg. 429), wo er zuletzt vor seiner Teilnahme am Pisaner Konzil bezeugt ist, vgl. VACANDARD, a.a.O. S. 367f., P. ZERBI, I rapporti di S. Bernardo di Chiaravalle con i vescovi e le diocesi d'Italia, in: Vescovi e diocesi in Italia nel Medioevo (sec. IX-XIII). Italia sacra. Studi e documenti di storia ecclesiastica 5, 1964 S. 253 mit Anm. 1.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 445, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1135-06-06_2_0_4_1_1_445_445
(Abgerufen am 27.05.2017).