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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar bestätigt seinem treuen Bannerträger Ansald Bracciforte die Bestimmungen eines inserierten Diploms Kaiser Ottos (III.) und nimmt seinen mit Fußkuß vollzogenen Fidelitätseid entgegen. Z.: Herzog Konrad von Schwaben, Graf Arnulf de Lambec und Listencius, Schreiber des Kaisers, qui iussu suo predicta scripsit et signa apposuit consueta, quibus apposita fuit bulla aurea imperialis per manum Rodulphi archiote imperialis predicti.

Originaldatierung:
(die secundo aprilis, Placentine)

Überlieferung/Literatur

Fälschung; Kop.: Piacenza, Archivio di Stato, Antichi regimi, Comune, Raccolte di atti costitutivi della antica comunità, Lettere di governo, Registro N, Abschrift des 16. Jh., f. 171v (B). Piacenza, Biblioteca comunale, Miscellanea Campi (S. VII 19), Manoscritti comunali Nr. 32, 17. Jh., f. 353 (C). Drucke: Pietro Maria Campi, Dell'historia ecclesiastica di Piacenza Pars 1, Piacenza 1651 S. 536 Nr. 126. DLo.III. 130. Reg.: Stumpf 3305.

Kommentar

Nach H. HIRSCH, Die gefälschten Diplome für die Bracciforte und Rizzoli in Piacenza, in: Papsttum und Kaisertum, Festschr. PAUL KEHR, 1926 S. 349f., ist die Überlieferung B Abschrift eines Notariatsinstruments vom 5. Juli 1437; die von dessen Verfasser erwähnte angebliche Urschrift ist wie das angebliche Diplom Ottos III. (STUMPF 929; trotz der mittelalterlichen Überlieferung nicht in MGH DDO.III.) auf jeden Fall vor der Mitte des 15. Jh. als freie Fälschung zugunsten der Placentiner Adelsfamilie der Bracciforte entstanden. HIRSCH, a.a.O. S. 360-363, zufolge soll die Formulierung bezüglich des Fidelitätseides (sacramentalem fidelitatem) wahrscheinlich dem unechten, zwischen den Jahren 1313 und 1341 entstandenen DKo.III. †289 für die Placentiner Familie der Rizzoli entlehnt sein, womit der Terminus post gegeben wäre. Die Erhebung zum Bannerträger und die Erwähnung des Eides sind wahrscheinlich eine Anleihe bei Landulph iun. Hist. Mediol. c. 60, hg. C. CASTIGLIONI, Rer. Ital. Script. nuov. ed. 5, 3, 1934 S. 36; MGH SS 20 S. 46, woher offensichtlich auch das fiktive Jahr der Fälschung stammt, vgl. HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 130, Vorbemerkung. Der Zeugenname Arnulf de Lambec meint mit ZATSCHEK, DDLo.III. Register S. 277, möglicherweise den von 1082/86 bis 1127 bezeugten Arnold von Lenzburg (vgl. T. SCHIESS, Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I, 1, Aarau 1933 S. 25, und HERBERT WEIS, Die Grafen von Lenzburg in ihren Beziehungen zum Reich und zur adligen Umwelt. Diss. phil. Freiburg/Br. 1959 [Masch.] S. 13-18) und ist mit dem in das DO.III. eingesetzten Zeugennamen Heinrich von Lechsgemünd offenbar einer urkundlichen Vorlage entnommen, die aber unbekannt ist, s. HIRSCH, a.a.O. S. 362.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. †435, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1135-04-02_1_0_4_1_1_435_F435
(Abgerufen am 20.01.2017).