Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

Sie sehen den Datensatz 428 von insgesamt 673.

Lothar bestätigt auf Bitte Herzog Heinrichs von Bayern der Abtei Mallersdorf, in der Burg Mallersdorf (in castro Madelhardestorf) gelegen, den auf Wunsch Abt Eppos mit Herzog Heinrich vollzogenen Tausch, mittels dessen der Herzog aus seinem Herrschaftsgut den Fronhof Steinkirchen (de fundo suę ditionis dominicalem curtem Stenenchiriche) nebst Mühle - ein Lehen Ottos, Burggrafs (prefectus) von Regensburg - dem Kloster mit Zustimmung Ottos übergeben und dafür den Klosterbesitz in Leitersdorf (Liuthartestorf) und Chorbe empfangen hat. Z.: Kardinalbischof Dietwin von S. Rufina, die Erzbischöfe Adalbert von Mainz, Konrad von Salzburg, Bruno von Köln, Konrad von Magdeburg, Albero von Trier, Adalbero von Hamburg, Wido (richtig: Humbert) von Besançon, die Bischöfe Otto von Bamberg, Heinrich von Regensburg, Reginmar von Passau, Gebhard von Eichstätt, Embricho von Würzburg, Herzog Heinrich von Bayern, Markgraf Diepold (von Vohburg), Markgraf Engelbert, Markgraf Albrecht (der Bär), Markgraf Heinrich (von Groitzsch), Pfalzgraf Wilhelm (von Lothringen), Pfalzgraf Friedrich (von Sommerschenburg), Otto palatinus, Herzog Ulrich, Sohn Herzog Engelberts (von Kärnten). - Ego Ekkehardus vice Adelberti Mogontini archiepiscopi et archicancellarii recognovi; geschrieben von den Bamberger Gelegenheitsschreibern Ba. I und Ba. II. SI. 3. Sicut imperialis est.

Originaldatierung:
(XVI. kal. apr., Babenberch)

Überlieferung/Literatur

Or.: Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Allgemeines Staatsarchiv, Kaiserselekt Nr. 460 (A). Drucke: Monumenta Boica 15 S. 266 Nr. 2. DLo.III. 71. Reg.: Goerz, Regesten Erzbischöfe Trier S. 17. Heinemann, Cod. dipl. Anhaltinus 1 S. 171 Nr. 222. Meiller, Regesten Salzburg S. 27 Nr. 154. Mülverstedt, Regesta archiepiscopatus Magdeburgensis 1 S. 428 Nr. 1093. Goerz, Mittelrheinische Regesten 1 Nr. 1873. Böhmer-Will, Regesten Mainz 1 S. 300 Nr. 277. Döberl, Regesten und Urkunden zur Geschichte der Diepoldinger S. 11 Nr. 34. Dobenecker 1 Nr. 1305. Knipping, Regesten Köln 2 Nr. 310. Krabbo, Regesten Brandenburg Nr. 38. May, Regesten Bremen 1 Nr. 444. Heidingsfelder, Regesten Eichstätt Nr. 345. Jakobs, Germ. Pont. IV S. 141 Nr. 286. Seegrün/Schieffer, Germ. Pont. VI S. 72 Nr. 116. Schieffer, Germ. Pont. VII S. 88 Nr. 255. Boshof, Germ. Pont. X, 1 S. 95 Nr. 201. Stumpf 3304.

Kommentar

Zu den Bamberger Schreibern vgl. DLo.III. 71, Vorbemerkung, PETKE, Lothar S. 69f., und H.-U. ZIEGLER, Das Urkundenwesen der Bischöfe von Bamberg von 1007 bis 1139. Zweiter Teil, in: AfD 28 (1982) S. 62-67, 98. Das nur als Fragment erhaltene Siegel liegt, in eine neue Siegelschale eingebettet, der Urkunde bei. - Zu Burg und Kloster Mallersdorf vgl. G. PÖLSTERLS, Mallersdorf. Das Landgericht Kirchberg, die Pfleggerichte Eggmühl und Abbach (Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern Heft 53) 1979 S. 118, 122-125. Nach der auf vorliegendes Diplom folgenden Urkunde Herzog Heinrichs über diesen Tausch waren die eigentlichen Parteien das Kloster und der Regensburger Burggraf Otto, MONUMENTA BOICA 15 S. 369 Nr. 1, für den Schlußteil der Herzogsurkunde s. die verbesserte Lesart bei HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 71, Vorbemerkung. - Über Burggraf Otto von Regensburg vgl. MANFRED MAYER, Geschichte der Burggrafen von Regensburg. Diss. phil. München 1883 S. 28f. - Vögte von Mallersdorf, das spätestens 1131 Bamberger Eigenkloster war (vgl. JL 7595; BRACKMANN, Germ. Pont. III S. 269 Nr. 58, und Reg. 191), waren die Grafen von Bogen, s. M. PIENDL, Die Grafen von Bogen, in: JberHistVStraubing 57 (1954) S. 35. - Zum Namen des Erzbischofs von Besançon, der richtig Humbert lautet, vgl. BERNHARDI, Lothar S. 566 Anm. 15. - Der Sponheimer Markgraf Engelbert (III. von Istrien) ist seit 1125 mit dem Titel marchio, Markgraf von Marquartstein (Kr. Traunstein, Oberbayern) bezeugt, s. F. TYROLLER, Genealogie des altbayerischen Adels im Hochmittelalter, in: WILHELM WEGENER (Hg.), Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte, 1962-1969 S. 271 Nr. 12. Sein Titel in vorliegender Urkunde ließe sich auch auf die Markgrafschaft Tuszien beziehen, wenn Engelbert, wie A. JAKSCH, Geschichte Kärntens bis 1335 Bd. 1, Klagenfurt 1928 S. 266, TYROLLER, a.a.O., vgl. auch BERNHARDI, Lothar S. 565, TH. GROSS, Lothar III. und die Mathildischen Güter, 1990 S. 123f., annehmen, während des Bamberger Tages mit Tuszien belehnt worden ist. Diese Annahme liegt deshalb nahe, weil seit 1135 ein Engelbert als Markgraf in Tuszien erscheint, vgl. Reg. 443, und in unserer Urkunde Engelberts Bruder Ulrich erstmals als Herzog von Kärnten bezeugt ist. So hätten beide Brüder ihre Lehen auf demselben Hoftag empfangen. - Der Otto palatinus war wahrscheinlich Otto von Wittelsbach, vgl. PETKE, Lothar S. 179ff. - Liuthartestorf ist wohl Leitersdorf südöstl. Mallersdorf, Chorbe vielleicht die Einöde Korbenhof westl. Hemau, Oberpfalz.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 428, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1135-03-17_1_0_4_1_1_428_428
(Abgerufen am 24.01.2017).