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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar macht bekannt, daß die Markgräfin Gertrud, Tochter des Markgrafen Ekbert (Gertrudis marchionissa filia Ekeberti marchionis) das Kloster St. Marien (= St. Aegidien) in Braunschweig (in loco Bruneswich) erbaut, es mit - wie üblich - dem Konsens ihrer Erben dotiert (consensu heredum suorum, ut moris est, de hereditate sua dotavit) und dem Abt Heinrich von Bursfelde unterstellt habe (commendavit). Nachdem durch dessen Eifer und den Aufwand der Stifterin das Bauwerk vollendet worden sei, habe Gertrud im Jahre 1115, in der 8. Indiktion, den Legaten der römischen Kirche Dietrich (Kardinalpriester von S. Crisogono) und Bischof Reinhard von Halberstadt zur Weihe des Klosters eingeladen; diese hätten sie am 1. September zu Ehren Jesu Christi und der Gottesmutter vollzogen in Richenzas und seiner Anwesenheit und in Gegenwart einer großen Schar von Äbten, Pröpsten, Klerus und Volk. Ebenda habe Gertrud unter Zustimmung ihrer Erben, und zwar ihres Sohnes Otto und ihrer Töchter Richenza und der Pfalzgräfin Gertrud (Gertrudis palatinę comitissę) vor Klerus und Volk gemäß ihrem Vorsatz für den Unterhalt der Mönche 38 Hufen in Mönchevahlberg (Ualeberge), von denen 4 zehntfrei seien, 10 Hufen in Beierstedt und für die Kleiderkammer der Mönche ein Gut in Morheim in Friesland (ad vestiarium fratrum in Fresia apud Morheim predium) aufgelassen, das 20 Pfund Geldes abwerfe. Nach dem Tode der Markgräfin Gertrud sei das Kloster als Erbgut an die Pfalzgräfin Gertrud gefallen. Diese habe es zusätzlich mit 10 Hufen in Berkum (Berchem) ausgestattet und ihm in dem aus Ilsenburg erwählten und erbetenen (de Hilsinneburch electum et expetitum) Goswin einen eigenen Abt vorangestellt, den sie in Anwesenheit Richenzas im Kloster von Bischof Thietmar von Verden habe weihen lassen. Einige Jahre später (exactis autem aliquot annis) habe er, Lothar, von der Pfalzgräfin einen Teil ihres Erbes gegen Hingabe anderer Güter ertauscht und das Kloster seiner Gewalt unterstellt (sub nostram potestatem suscepimus), das er jetzt durch königlichen Bann (regali banno) und Privileg sichere mit der Maßgabe, daß die Vogtei ihm und demjenigen seiner Erben vorbehalten bleibe, dem die Burg Dankwarderode nebst Zubehör zufalle (iuri nostro heredique nostro, cuius ditioni castrum illud Tanquarderoth cum suis appendiciis mancipatum fuerit, reservantes). Die Vogtei solle von einem seiner Ministerialen ohne jeglichen lehnrechtlichen Anspruch verwaltet werden (absque aliquo beneficii iure amministrari). Dreimal im Jahr solle der Dienstmann Gericht halten und sein Servitium in jenem Umfang empfangen, wie ihn die Markgräfin Gertrud bestimmt habe, nämlich ein Schwein oder einen Schilling, drei Malter Brot, 5 Eimer Bier und 60 Garben als Futter (tres modios panis, V amphoras cervisę, LX manipulos ad pabulum). Wenn der Ministeriale bei Rechtshändeln des Klosters gegenüber Abt und Mönchen Gewalt anwende oder wenn er ungerechtfertigte Abgaben fordere, solle er nach dreimaliger vergeblicher Ermahnung aus der Vogtei entfernt und durch einen anderen ersetzt werden, den derjenige Fürst, der Herr des Klosters sei, für geeignet halte (ab advocatia removeatur et alius, quem princeps, sub cuius potestate locus est, utilem monasterio iudicaverit, subrogetur). Der Abt solle das Recht haben, zum Nutzen des Klosters Güter zu verleihen; über Streitigkeiten um die Minderung von Zins, Dienst oder anderen Einkünften solle er mit der Klosterfamilia Gericht halten, und der Vogt solle sich an diesem Gericht nur auf Aufforderung des Abtes beteiligen (liberam habeat potestatem in collocandis ad utilitatem monasterii prediis, sed et de census seu servicii sui subtractione seu cuiuslibet alterius iusticię suę diminutione, secundum quod sententia dictaverit, cum familia ęcclesię agat, cui videlicet actioni advocatus nullatenus se nisi vocatione abbatis temptet ingerere). - Ego Thitmarus vice Adelberti archicancellarii recognovi; außerhalb der Kanzlei verfaßt und mundiert. SI. 1. Notum esse volumus.

Originaldatierung:
(Goslarie)

Überlieferung/Literatur

Or.: Niedersächsisches Staatsarchiv Wolfenbüttel 9 Urk 1 (A). Abb.: Koch, Schrift der Reichskanzlei Abb. 16 (Teilabb.). B. Schneidmüller, Beiträge zur Gründungs- und frühen Besitzgeschichte des Braunschweiger Benediktinerklosters St. Marien/St. Aegidien, in: BraunschwJb 67 (1986) nach S. 48. Drucke: Origines Guelficae tom. 2, Hanoverae 1751 S. 519 Nr. 67 (mit irreführender Abb.). Posse/Ermisch, Cod. dipl. Saxoniae Regiae 1, 2 S. 40 Nr. 48. L. Hänselmann, UB der Stadt Braunschweig Bd. 2, 1900 S. 3 Nr. 7. DLo.III. 67. Reg.: Dobenecker 1 Nr. 1292 (zu 1134 nach Juni 4). Stumpf 3291.

Kommentar

Das Diplom, das die Hauptquelle zur frühen Geschichte des Klosters St. Marien (= St. Aegidien) darstellt und ein wichtiger Text zur brunonisch-braunschweigischen Geschichte ist, weist einige ungewöhnliche äußere und innere Merkmale auf, vgl. HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 67, Vorbemerkung. Das eingedrückte Siegel ist unzweifelhaft das erste Königssiegel Lothars, dessen Gebrauch sonst nur bis zum 2. Mai 1131 (Reg. 278) bezeugt ist; seit 1132 ist die Benutzung des zweiten Königssiegels überliefert (Reg. 298) und seit dem 19. Juli 1133 diejenige des Kaisersiegels (Reg. 357). Als Rekognoszent wird Thietmar genannt. Sein gleichnamiger Vorgänger, mit dem er identisch sein dürfte, war jedoch nach dem 24. Juni 1131 aus der Kanzlei ausgeschieden (Reg. 282), vgl. PETKE, Lothar S. 39. Der Tinten- und Schriftbefund läßt auf den ersten Blick an drei Entstehungsphasen des Diploms und an die Beteiligung mehrerer Hände denken: Die Intitulatio mit Lothars Kaisertitel ist durch einen markanten Federwechsel von der Invokation abgesetzt. Titel nebst Devotionsformel sowie die Elongata im Eschatokoll erscheinen durch die Verwendung einer dünneren Feder gegenüber dem Urkundeneingang als mit hellerer Tinte geschrieben. Im Kontext wird im Bereich um et consensu heredum (Z. 3) die diplomatische Minuskel umgestellt, jedoch ohne von einer anderen Hand herzurühren. Der Buchstabenabstand ist von besagter Stelle ab deutlich enger. Schon in der ersten Hälfte der Zeile 3 war der Wortabstand geringer geworden. Die Schäfte von f und s reichen nicht mehr so lang unter die Zeile wie in den Zeilen 2 und 3. Die Oberlängen werden verkürzt; während sie bei b, d, h und l vor der Umstellungszone in Zeile 3 und 4 unverziert sind, erhalten sie ab Z. 4 ( bonę) durchgängig Schleifen. Der Zeilenabstand wird im oberen Teil der Urkunde geringer. Während er zwischen Z, 1 und 2 und Z. 2 und 3 je 17 mm beträgt, schrumpft er zwischen Z. 3 und 4 auf 14 mm, mißt zwischen Z. 4 und 5 wieder 16 mm, um sich dann ab Z. 5/6 auf je 13 mm zu verringern. Einstichlöcher für die Liniierung haben sich nicht erhalten. Endlich ist die Datierungszeile anders als der Kontext in Buchschrift geschrieben. Beim Diktat fällt neben der Nennung eines Notars Thietmar schließlich noch auf, daß Lothars Bann als regalis bezeichnet wird. Diese Befunde ließen daran denken, daß der Kontext des Diploms bereits in Lothars Königszeit mundiert und besiegelt worden wäre. Auch die Benutzung eines Blanketts wurde erwogen, vgl. HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 67, Vorbemerkung, was, da die letzte Kontextzeile dem Siegel nicht ausweicht, wohl zu Recht von den beiden Herausgebern verworfen wird. Nach HIRSCH/ OTTENTHAL wurde die ganze Urkunde von ein- und demselben Schreiber mundiert. Die Intitulatio sei allerdings später als der Kontext eingetragen worden. Das erstgenannte Urteil trifft zu; die zweite Feststellung kann nicht bestätigt werden: Wie HIRSCH/ OTTENTHAL bemerkt haben, kannte der Mundator Reinschriften des Ekkehard A. Insbesondere die weit gesperrte st -Ligatur von augustus im Protokoll, die Ekkehard A nach dem Vorbild seines Schülers Ekkehard B seit dem Oktober 1133 verwendet hat (vgl. Reg. 370, 369) und das Kaisermonogramm des Ekkehard A sind dem Schreiber unseres Diploms bekannt. Zum Monogramm ist allerdings zu bemerken, daß dessen mittlerer Schaft das diesem als Basis dienende 0 schneidet, was für Ekkehard A nur in Reg. 361, nicht jedoch in seinen späteren Urkunden bezeugt ist, vgl. Reg. 369 und 384. Daher wohl stand unserem Schreiber ein von Ekkehard A wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des Jahres 1133 ausgefertigtes Diplom vor Augen. - Die Gleichhändigkeit aller Teile des Diploms ist unzweifelhaft. Man vergleiche nur die nicht völlig geschlossene, unten fast spitze Unterlänge des g (Z. 3: regula, Z. 12: ingenio, Datierungszeile: Goslarie, regis) oder den hakigen Schulterstrich des x (Z. 2: Christi, Z. 10: XXXVIII, Datierungszeile: MCXXXIIII); die Schafthöhe des i beträgt sowohl im Kontext als auch in der Datierungszeile je 3 mm, die Gesamthöhe des g 5-6 mm. Die Ausmessung der Schaftstärken kann die Angabe von HIRSCH/ OTTENTHAL, die Intitulatio sei später eingetragen worden als der Kontext, nicht bestätigen. Die Schaftstärke in der Invokation (Elongata) beläuft sich auf 0,8 mm. Die Schäfte der Intitulatio und des Eschatokolls (Elongata) messen jeweils 0,5 mm in der Breite. Ebenfalls 0,5 mm weisen die Schäfte im Mittelband des Kontextes auf. Etwas breiter - bis zu 0,7 mm - geraten im Kontext hin und wieder die Langschäfte, bei denen sich die Feder gelegentlich gespreizt und zu wenig Tinte abgegeben hat. Diese Befunde sind dahin zu deuten, daß der Schreiber eine erste Feder für die Invokation und ab der Intitulatio für den gesamten überwiegenden Rest eine zweite Feder gebraucht hat. Ab Z. 3 hat er sich zudem zu einem engeren Wort-, Buchstaben- und Zeilenabstand entschlossen; für die Datierungszeile ist er - vielleicht auch erschöpft von der Konzentration auf die Elongata des Eschatokolls ? - in die ihm offenbar geläufigere Buchschrift zurückgefallen. - Die Nennung Thietmars als Rekognoszent und die Verwendung des ersten Königssiegels liegen möglicherweise in der Person von Lothars erstem Kanzleileiter begründet, der vielleicht mit St. Aegidien in Verbindung stand, vgl. H. GOETTING, Die Riechenberger Fälschungen und das zweite Königssiegel Lothars III., in: MIÖG 78 (1970) S. 159, 164, PETKE, a.a.O. Diktatbeziehungen unserer Urkunde zu Thietmars Diktat sind allerdings nicht gegeben. Die Inschutznahme durch einen "königlichen" (regali) statt durch einen "kaiserlichen" Bann spricht mit HIRSCH/ OTTENTHAL ebenfalls nicht für eine Niederschrift des Kontextes vor Lothars Kaiserkrönung. Denn auch Ekkehard A formulierte im April 1134, daß Lothar eine Reichsgutvergabung regali auctoritate bestätigte (Reg. 391). Vgl. auch die Erwähnung einer königlichen Bannleihe am 8. November 1133 (Reg. 377). Die Vermutung von HIRSCH/ OTTENTHAL, daß der Diktator ein Vertrauensmann Richenzas gewesen sei, ist nicht näher begründet. Ihre Annahme, daß Diktator und Schreiber wegen des mehrfach entgleisenden Wortlautes nicht identisch seien, wird zutreffen. - Die nicht mit Tagesdatum versehene Urkunde gehört nach den Epochen der angegebenen Kaiser- und Königsjahre in die Zeit vom 4. Juni bis zum 23. August (zur Epoche von Lothars Königsjahren vgl. Reg. 654) und dem Itinerar zufolge nach den 29. Juni und vor den 15. August, vgl. Reg. 409 und 413. - Über den traditionsstiftenden und rechtsbegründenden Charakter der extensiven Narratio des Diploms vgl. H. PATZE, Klostergründung und Klosterchronik, in: BllDtLdG 113 (1977) S. 97-99. - Über das Empfängerkloster, für das seit dem Jahre 1146 (JORDAN, Urkunden Heinrichs des Löwen S. 11 Nr. 7) das Patrozinium des hl. Aegidius bezeugt ist - jedoch wohl nicht zufällig wurde das Kloster im Jahre 1115 am Tag des hl. Aegidius, dem 1. September, geweiht - vgl. R. RÖMER-JOHANNSEN, in: Germania Benedictina 6. Norddeutschland, hg. U. FAUST, 1979 S. 33ff., U. FAUST (Hg.), St. Aegidien zu Braunschweig 1115-1179, 1979 S. 9ff., SCHNEIDMÜLLER, a.a.O. S. 41ff. Zur Verbreitung des Aegidienkultes vgl. M. ZENDER/ J. WOLLASCH, Aegidius, in: LMA 1 (1980) S. 176. - Zur Klosterweihe durch den päpstlichen Legaten Kardinalpriester Dietrich von S. Crisogono und den Halberstädter Bischof Reinhard als Ortsbischof sowie zur politischen Lage des Jahres 1115 vgl. Reg. 46. - Otto, Richenza und die Pfalzgräfin Gertrud entstammen der Ehe der brunonischen Markgräfin Gertrud mit Heinrich dem Fetten von Northeim († 1101). Die Markgräfin Gertrud, die Schwiegermutter Lothars, starb am 9. Dezember 1117, vgl. Reg. 57. Ihr Sohn Otto wird durch vorliegendes Diplom zu 1115 letztmals als lebend erwähnt. Die Pfalzgräfin Gertrud, Lothars Schwägerin, heiratete in erster Ehe den lothringischen Pfalzgrafen Siegfried (I.) von Orlamünde (-Ballenstedt) († 1113) und war in zweiter Ehe mit Graf Otto von Rheineck, seit Anfang 1134 ebenfalls lothringischer Pfalzgraf (vgl. Reg. 386), verheiratet; im Jahre 1154 hat sie noch gelebt, vgl. K.-H. LANGE, Die Grafen von Northeim (950-1144). Diss. phil. Kiel 1958 (Masch.) S. 118f., 120-124, PETKE, Lothar S. 381 mit Anm. 16, S. 385. - Über das hirsauisch geprägte Bursfelde, an dessen Abt Heinrich die Klosterstiftung von Gertrud kommendiert wurde, vgl. JAKOBS, Hirsauer S. 46, 64, vgl. JAKOBS, Germ. Pont. IV S. 336f.; zu Heinrich von Bursfelde vgl. H.H. KAMINSKY, Studien zur Reichsabtei Corvey in der Salierzeit, 1972 S. 98. Zum junggorzischen Ilsenburg, aus dem St. Aegidiens erster Abt Goswin von der Pfalzgräfin Gertrud geholt wurde, vgl. BOGUMIL, a.a.O. S. 63ff., 73f. Vgl. JAKOBS, Hirsauer S. 114. Der Zeitpunkt seiner Weihe durch den seit 1116 amtierenden Bischof Thietmar von Verden (Ann. Patherb. zu 1116, hg. SCHEFFER-BOICHORST S. 132f.), ist nicht überliefert. Goswin ist noch 1136 im Amt, vgl. Reg. 488. - Lothars Gütertausch mit der Pfalzgräfin, der ihn nicht nur zum Herrn des Klosters St. Marien und offensichtlich auch der erstmals hier erwähnten Burg Dankwarderode, sondern auch der brunonischen Stifte St. Blasius und St. Cyriakus machte, vgl. VOGT, Herzogtum S. 38f., 57-59, hat also, wenn die relative Datierung unserer Urkunde zugrunde gelegt wird, einige Jahre nach 1117 stattgefunden. - Das mit vorliegender Urkunde verbriefte Vogteistatut sollte die Abtei vor Übergriffen des Vogtes schützen. Die Tendenz, ihn wie hier aus bestimmten Bereichen der Rechtspflege zugunsten der Gerichtsherrschaft des Abtes hinauszudrängen, findet sich auch in Reg. 634 für Stablo. Wie in St. Aegidien wurde auch in Königslutter (vgl. Reg. 450) der Abt an der Erhebung des Vogtes nicht wesentlich beteiligt, womit Lothar seine eigenklösterliche Herrschaft ganz selbstverständlich ausübte, vgl. BOGUMIL, a.a.O. S. 74. Die Bindung der Vogteiherrschaft an den Besitz einer bestimmten Burg, wie sie hier und auch in Reg. 490 bezeugt ist, begegnet schon 1049 für das elsässische Heiligkreuz in Verbindung mit Egisheim und etwas später für Muri in Verbindung mit der Habsburg und belegt die für die hochmittelalterliche Adelsherrschaft konstitutive Rolle von Hauskloster und Burg, vgl. K. SCHMID, Adel und Reform in Schwaben, in: J. FLECKENSTEIN (Hg.), Investiturstreit und Reichsverfassung (Vorträge und Forschungen 17) 1973 S. 307f., 316f., G. STREICH, Burg und Kirche während des deutschen Mittelalters 2 (Vorträge und Forschungen Sonderbd. 29/2) 1984 S. 480. - Die freie Abtswahl wird von vorliegender Urkunde nicht berührt und dürfte wie in Königslutter (Reg. 450) und Homburg (vgl. Reg. 501) noch nicht gewährt gewesen sein. - Zur braunschweigischen Topographie vgl. K. NASS, Braunschweig um 1400, in: G. PISCHKE (Bearb.), Geschichtlicher Handatlas von Niedersachsen, 1989 S. 21 und Karte 48/5. - Friesische Besitzungen, welche zu einer Identifizierung von Morheim verhelfen könnten, werden im Privileg Alexanders III. von 1179 (JL -; fehlerhafter Abdruck bei SCHNEIDMÜLLER, a.a.O. S. 55) nicht erwähnt. Über brunonische und northeimische Herrschaftsrechte in Mittelfriesland vgl. R. SCHÖLKOPF, Die Sächsischen Grafen (919-1024), 1957 S. 109f., und W. EHBRECHT, Landesherrschaft und Klosterwesen im ostfriesischen Fivelgo (970-1290), 1974 S. 42, 47f., 144. In der Papsturkunde fehlt auch Berkum (südwestl. Peine), jedoch werden mit Ilsede, Equord und Mehrum Klosterbesitzungen im Umkreis von Berkum aufgeführt.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 410, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1134-07-00_1_0_4_1_1_410_410
(Abgerufen am 24.01.2017).