Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

Sie sehen den Datensatz 408 von insgesamt 673.

Lothar übereignet dem Bistum Bamberg das ehedem Schwaig, jetzt aber mit dem üblicheren Namen Münster (=Münchsmünster) genannte Kloster, welches auf sein Betreiben und auf Bitte Richenzas und Bischof Ottos von Bamberg Herzog Heinrich von Bayern und der von diesem belehnte Markgraf Diepold (von Vohburg) nebst der beim Kloster gelegenen, ebenfalls Münster genannten Pfarrkirche (eidem loco adiacenti barrochia, quę et ipsa Monasterium nominatur) ihm aufgelassen haben, bestätigt den Besitzstand unter Abt Richard und legt fest, daß es Bamberg Gehorsam erweisen und es ihm dafür von diesem, wenn nötig, nicht an Hilfe ermangeln soll. Z.: Erzbischof Adalbert von Mainz, Kardinalpriester Gerhard von S. Croce in Gerusalemme, die Bischöfe Otto von Halberstadt, Bernhard von Hildesheim, Udo von Zeitz, Meingot von Merseburg, Godebald von Meißen, die Äbte Berthou von Fulda, Volkmar von Corvey, Heinrich von Hersfeld, Herzog Heinrich von Bayern, Markgraf Konrad von Meißen, Markgraf Heinrich von Glogau (Glogov), Markgraf Diepold (von Vohburg), Markgraf Adalbert von Hildagsburg (= Albrecht der Bär), Landgragf (comitem regionis) Ludwig (von Thüringen). - Eggehardus cancellarius vice Adelberti archicancellarii recognovi; unter Verwendung des DLo.III. 54 (Reg. 369) (VU.) verfaßt und geschrieben von dem Bamberger Gelegenheitsschreiber Ba. I. SI. 3. Cum omnis cura.

Originaldatierung:
(XIII. id. iun., Merseburc)

Überlieferung/Literatur

Or.: Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Allgemeines Staatsarchiv, Kaiserselekt Nr. 459 (A). Drucke: Monumenta Boica 29, 1 S. 262 Nr. 459. DLo.III. 66. Reg.: Heinemann, Cod. dipl. Anhaltinus 1 S. 168 Nr. 217. Böhmer-Will, Regesten Mainz 1 S. 299 Nr. 270. Döberl, Regesten und Urkunden zur Geschichte der Diepoldinger S. 9 Nr. 32. Posse/Ermisch, Cod. dipl. Saxoniae Regiae 1, 2 S. 74 Nr. 98. Dobenecker 1 Nr. 1293. Krabbo, Regesten Bradenburg Nr. 33. M. Thiel/O. Engels, Die Traditionen, Urkunden und Urbare des Klosters Münchsmünster (QErörtBayerG NF 20) 1961 S. 92 Nr. 4. H. Appelt, Schlesisches UB 1, 1963-1971 S. 7 Nr. 8. Stumpf 3299.

Kommentar

Zum Bamberger Gelegenheitsschreiber Ba. I s. PETKE, Lothar S. 69f., und H.-U. ZIEGLER, Das Urkundenwesen der Bischöfe von Bamberg von 1007 bis 1139. Zweiter Teil, in: AfD 28 (1982) S. 62-67, 98; dessen Zuweisung von STUMPF 3172 (= Reg. 69) an diesen Schreiber trifft jedoch nicht zu. - Die Urkunde ist bis auf den Zusatz bezüglich der Pfarrei Münchsmünster eine Wiederholung des Diploms vom 23. Oktober 1133 (Reg. 369). Die Sicherung der Pfarrkirche St. Sixtus im Klosterort Münchsmünster, um die es in der Tat noch vor 1142 zu Streitigkeiten gekommen ist, erschien dem Bamberger Klosterherrn als so wichtig, daß er sich nur sieben Monate nach der ersten Urkunde das vorliegende Diplom ausfertigen ließ. Zur Sache s. THIEL/ ENGELS, a.a.O. S. 62+ f., 94f., 104. - Zu Heinrich von Glogau, wohl einem polnischen Gesandten, und dessen ehrenvoller Bezeichnung als ,,Markgraf" vgl. APPELT, a.a.O. - Zur Hildagsburg als Herkunftsbezeichnung für Albrecht den Bären vgl. PETKE, a.a.O. S. 353f. - NU: DKo.III. 61

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 408, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1134-06-06_1_0_4_1_1_408_408
(Abgerufen am 26.06.2017).