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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar bestätigt dem Kloster Walkenried ein vom Reich rührendes Gut im Ort †Berbisleben (predium ... quia de regno fuit, regali confirmantes auctoritate), welches die Stifterin des Klosters, Adelheid, von Ekkehard von †Almundisleve für 50 Pfund erworben und den Mönchen zum Unterhalt übergeben hat, und fügt auf Bitte Richenzas als Ergänzung zwei Gehölze und eine Wiese ebendort hinzu (huic donationi adminicula adiecimus in eadem villa). Z.: Landgraf Ludwig (von Thüringen) (lantgraphio Ludewico), Poppo (Bobbone), Widukind (von Schwalenberg), Ludolf (von Wöltingerode), Bernhard (von Hildesheim), Christian (von Rothenburg), Ernst und Lambert von (Tonna-Gleichen), Sigebodo (von Scharzfeld), Konrad, Graf Adalbert; Konrad Bärenhaupt, Konrad von Wallhausen, Volrad von Röblingen (Reuinigni), Gosbreth, Hildebold (Hildeboldo), Dietrich. - Ego Berthaldus vice Adelberti archicancellarii recognovi; verfaßt und geschrieben von Ekkehard A = Bertolf. SI. 3. Considerantes oblationes et elemosinam.

Originaldatierung:
(II. id. aprilis, Altstetin)

Überlieferung/Literatur

Or.: Niedersächsisches Staatsarchiv Wolfenbüttel 25 Urk 4 (A). Drucke: UB des historischen Vereins für Neidersachsen 2: Die Urkunden des Stifts Walkenried Abt. 1, 1852 S. 6 Nr. 4. DLo.III. 60. Reg.: Posse/Ermisch, Cod. dipl. Saxoniae Regiae 1, 2 S. 73 Nr. 96. Dobenecker 1 Nr. 1290. Krabbo, Regesten Brandenburg Nr. 28. Stumpf 3294.

Kommentar

Über die Selbstnennung des Notars vgl. PETKE, Lothar S. 64. - Lothar beging das Osterfest am 15. April in Halberstadt. Da der Hof nicht ohne Not während der letzten beiden Tage der Karwoche die über 60 Kilometer von Allstedt nach Halberstadt zurückgelegt haben wird, dürfte der 12. April der Tag der Beurkundung der einige Tage zurück in Allstedt vor genannten Zeugen vollzogenen Handlung sein, vgl. HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 60, Vorbemerkung. Das von Ekkehard von †Almundisleve - schon im Hersfelder Zehntverzeichnis erwähnte, 4 Kilometer südwestl. Sangerhausen gelegene ehemalige Siedlung (H. WEIRICH, UB der Reichsabtei Hersfeld 1, 1, 1936 Nr. 37 S. 65 Z. 12, vgl. K. MENZEL, Die Wüstungen Kieselhausen und Almensleben, in: ZHarz V 6 [1873] S. 13-43) - erworbene Gut Berbisleben lag südöstl. Nordhausen zwischen Uthleben und Windehausen. Berbisleben wird 1188 von Friedrich I. als Walkenrieder Grangie genannt (DF.I. 979), vgl. W. BAUMANN, Die wirtschaftliche Entwicklung Walkenrieds im Überblick, in: N. HEUTGER (Hg.), 850 Jahre Kloster Walkenried, 1977 S. 108. Über Walkenrieds Stifterin Adelheid vgl. Reg. 192. - Über die Zeugen vgl. PETKE, Lothar S. 188-190. Den ebendort als Blankenburger angesprochenen Poppo halten L. FENSKE/ U. SCHWARZ, Das Lehnsverzeichnis Graf Heinrichs I. von Regenstein 1212/1227, 1990 S. 45, wegen der Nennung unmittelbar nach dem Ludowinger vermutungsweise eher für den Grafen Poppo von Ziegenhain-Reichenbach oder einen Henneberger. Bei Konrad handelt es sich vielleicht um Konrad von Hagen (Hagen am Elm) (vgl. Reg. 198), aber möglicherweise auch um den 1110 erwähnten Ludowinger Konrad, den Sohn des Berengar (POSSE/ ERMISCH, Cod. dipl. Saxoniae Regiae 1, 2 S. 22 Nr. 25, vgl. Chronica Reinhardsbrunnensis, MGH SS 30, 1 S. 529), oder um Konrad von Hohnstein, vgl. H. EBERHARDT, Die Anfänge des Territorialfürstentums in Nordthüringen, 1932 S. 56. Der letzte edelfreie Zeuge ist wohl Graf Adalbert von Wernigerode. Mit dem schon 1128 bei Lothar genannten Konrad Bärenhaupt (vgl. Reg. 178) setzt die Reihe thüringischer Reichsministerialer ein. - Über die Pfalz Allstedt vgl. M. GOCKEL, Allstedt, in: DIE. Bd. 2 Thüringen Lfg. 1, 1984 S. 1ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 391, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1134-04-12_1_0_4_1_1_391_391
(Abgerufen am 24.10.2017).