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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar verleiht dem ehemaligen Klosterrather Propst Friedrich den locus Höchst, gelegen zwischen Mainz und Spessart.

Überlieferung/Literatur

Ann. Rodenses zu 1134, MGH SS 16 S. 711; ed. Boeren/Panhuysen S. 78: Cui (sc. Friedrich) post modicum datus est ab imperatore locus Hǒste nuncupatus inter Maguntiam et Spehtheshart situs.

Kommentar

Die Annalen schließen diese Nachricht dem Verzicht Friedrichs auf Berne (vgl. Reg. 385) unmittelbar an. Höchst ist offenbar nicht der Ort östlich Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis), sondern Höchst am Main, wo 1090 an St. Justin eine Propstei des Mainzer Benediktinerklosters St. Alban gegründet worden war, STIMMING, Mainzer UB 1 S. 272 Nr. 374, vgl. auch die Bestätigungsurkunden Papst Lucius' II. von 1144 und Erzbischof Heinrichs von Mainz von 1145, ACHT, Mainzer UB 2 S. 99 Nr. 52, S. 145 Nr. 74, sowie des letzteren Urkunde für Höchst von 1146, ACHT, a.a.O. S. 165 Nr. 85. Im Jahre 1143 und später ist ein Gottfried de Hǒste, Bruder des Wigger (von Wartburg), als Graf bezeugt, ACHT, a.a.O. S. 66 Nr. 37, S. 96 Nr. 50 (1144), der auch Graf von Amöneburg war, ACHT, a.a.O. S. 322 Nr. 173 (1152). Die durch eine Burggrafschaft belegte Besitzstellung des Mainzer Erzstifts in Höchst mußte von Lothar bei der Vergabung des locus Höchst an Friedrich von Klosterrath in irgendeiner Weise berücksichtigt werden. - Nachdem Friedrich bei Auseinandersetzungen mit dortigen Ministerialen an der Nase verstümmelt worden war, verließ er den Ort; sein Sterbeort Winkele (Ann. Rodenses a.a.O.) ist das Augustiner-Chorherren und -frauenstift Gottesthal-Winkel im Rheingau, vgl. zu diesem JAKOBS, Germ. Pont. IV S. 262f., ACHT, a.a.O. S. 147 Nr. 75, S. 287 Nr. 157.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dr. Yvonne Monsees, eingereicht am 05.01.2010.

Es gibt einen Brief Friedrichs von Gottesthal an Hildegard von Bingen, in dem er sie um ihre Unterstützung anrief; Hildegard machte ihm in ihrer Antwort Mut und gab Verhaltenshinweise, vgl. CLARUS, Briefe der heiligen Hildegard (dt. Übersetzung), 2. Th.Regensburg 1854, 47 Nr. 157 und 47f. Nr. 158. Siehe auch die lateinische Edition: VAN ACKER, L.: Epistolarium Hildegardis Bingensis, pars secunda (XCI-CCLr). Turnhout 1993 (Corpus Christianorum, Continuatio Mediaevalis ; 91 (A)), hier die Seiten 274, Nr. 91, und S. 275, Nr. 91R (Antwort Hildegards).

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 387, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1134-01-06_3_0_4_1_1_387_387
(Abgerufen am 20.01.2017).