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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar feiert Epiphanie und hält einen Hoftag, der von Kardinalpriester Gerhard von S. Croce in Gerusalemme besucht wird. Die Augustiner-Chorherren von Klosterrath klagen über ihren Propst Friedrich vor Bischof Alexander von Lüttich. Dieser schützt jedoch Krankheit vor und weist sie an den Kardinal. Gerhard hört beide Parteien an und entbindet sodann Friedrich von seiner Klosterrather Würde, ohne ihn förmlich abzusetzen. Als seinen Nachfolger nehmen die Klosterrather Chorherren den ehemaligen Abt Borno an. Ferner wird über denselben Friedrich vor dem Kaiser und vor Bischof Andreas von Utrecht von dem Edlen Folkold von Berne wegen des Klosterrather Priorats Berne Klage geführt, weil Friedrich dieses für sich und Klosterrath durch Täuschung erworben und dann versäumt habe, es zu besetzen und dort den Gottesdienst feiern zu lassen. Friedrich verzichtet auch auf Berne.

Überlieferung/Literatur

Ann. Magd. zu 1134, MGH SS 16 S. 184: Imperator ... celebrat ... epiphaniam Aquisgrani. Ann. Rodenses zu 1134, MGH SS 16 S. 710f.; ed. Boeren/Panhuysen S. 78: Eodem anno habita est regia Aquisgrani curia... Reg.: Goerz, Mittelrheinische Regesten 1 Nr. 1862.

Kommentar

Der von den Annalen von Klosterrath erwähnte Hoftag ist mit der Nachricht der Magdeburger Annalen von Lothars Aufenthalt in der Pfalzstadt zu verbinden, obwohl die Nennung des Kardinals Gerhard von S. Croce in Gerusalemme in den Klosterrather Annalen dem Privileg Papst Innozenz' II. vom 12. Januar 1134, Pisa, für Rebais widerspricht, in dem zweifellos derselbe Gerhard unterschrieben haben soll, JL 7644: Ego Girardus presbyter cardinalis subscripsi, vgl. BACHMANN, Legaten S. 38-40. Alle Elemente der großen Datierung dieses Privilegs führen auf das Jahr 1134. Andererseits kommt nach den Itineraren des Kaisers und des Kardinals für ein Zusammentreffen in Aachen nur der Anfang des Jahres 1134 in Betracht; wahrscheinlich ist daher JL 7644 in der vorliegenden Form unecht, vgl. PETKE, Lothar S. 448-450. - Über das Augustiner-Chorherrenstift Klosterrath (Rolduc) und seinen seit 1129 amtierenden, aus Bayern stammenden Propst Friedrich sowie dessen Nachfolger Borno aus Springiersbach vgl. CH. DEREINE, Les Chanoines réguliers au diocèse de Liège avant Saint Norbert (Mémoires de l'Académie Royale de Belgique. Classe des Lettres et des Sciences morales et politiques. Sér. 2, 47) Bruxelles 1952 S. 199f., ST. WEINFURTER, Consuetudines Canonicorum Regularium Springirsbacenses-Rodenses (Corpus Christianorum. Cont. Med. 48) 1978 S. VI-X, W. GÄRTNER, Das Chorherrenstift Klosterrath in der Kanonikerreform des 12. Jahrhunderts, in: ZAachenGV 97 (1991) S. 33ff., 143-146. - Friedrich hatte sich ohne Konsultation seiner Brüder zu deren Verärgerung Lothars Romzug angeschlossen, vgl. Reg. 310; auch gab es Mißhelligkeiten zwischen dem Propst und den Brüdern wegen Berne. Vgl. auch Reg. 374 und 387. - Seinen Besitz Berne hatte der Edle Folkold im Jahre 1132 dem Stift Klosterrath anvertraut, Ann. Rodenses zu 1132 S. 710; ed. BOEREN/ PANHUYSEN S. 76. Der Aufbau eines Priorats ist dann offenbar tatsächlich mißglückt; denn 1134 übergab Folkold seine Stiftung an die Prämonstratenser in Marienweerd zur Gründung, vgl. die Gründungsurkunde für Berne von Bischof Andreas von Utrecht von 1134, MULLER/ BOUMAN, OB Sticht Utrecht 1 S. 321 Nr. 350, Het stichtingskroniekje van de Abdij van Berne c. 8, uitg. d. H. VAN RIJ, in: Egmond en Berne. Twee verhalende historische bronnen uit de middeleeuwen (Nederlandse Historische Bronnen 7) Leiden 1987 S. 126, vgl. N. BACKMUND, Monasticon Praemonstratense 2, 1952 S. 274, PETKE, a.a.O. S. 449, VAN RIJ, a.a.O. S. 97, 100.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 385, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1134-01-06_1_0_4_1_1_385_385
(Abgerufen am 23.01.2017).