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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar verleiht Abt Heinrich und dem Kloster S. Benedetto Polirone mit genannten Besitzungen seinen Schutz, unterstellt es der Herrschaft von Papst und Kaiser, befreit seine Leute von allen Abgaben - auch an den Kaiser - und sichert ihm auch jene Besitzungen zu, die ihm zukünftig aus den Gütern der Gräfin Mathilde oder von Graf Adalbert zugewendet werden, behält sich aber vor, daß alles Vorgenannte nach Urteil neu bestimmt werden kann (ita tamen nisi legali iudicio hec omnia superius pretaxata a nobis aliter diffiniantur). - Data per manum Norberti Magedeburgensis archiepiscopi et domni Lotharii serenissimi Romanorum imperatoris augusti archicancellarii; nach dem gefälschten D Heinrich V. Stumpf †3195 (VU. I) und nach DLo.III. 46 (Reg. 323) (VU. II) verfaßt und geschrieben von einem Empfängerschreiber. SI. 3. Sane credimus nos.

Originaldatierung:
(XIIII. kal. augusti, in comitatu Parmensi iuxta flumen qui [!] Tharus dicitur)

Überlieferung/Literatur

Or.: Mailand, Archivio di Stato, Museo Diplomatico. Diplomi e dispacci sovrani (A). Drucke: Margarini, Bullarium Casinense vol. 2 S. 143f. Nr. 153. DLo.III. 50. Reg.: Mülverstedt, Regesta archiepiscopatus Magdeburgensis 3 S. 515 Nr. 124. Torelli, Regesto Mantovano 1 (Regesta chartarum Italiae 12) S. 157 Nr. 222. Stumpf 3282.

Kommentar

Entgegen der Auffassung von HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 50, Vorbemerkung, ist der nach dem Vorbild von Ekkehard A = Bertolf arbeitende Schreiber nicht unbekannt, sondern mit dem Mundator von Reg. 551 für S. Benedetto identisch, vgl. zum Beispiel die g -Unterlängen und die Verschleifungen der Oberlängen; die in DLo.III. 111, Vorbemerkung, formulierten Vorbehalte hinsichtlich der Gleichhändigkeit sind nicht stichhaltig. Es liegt eine Ausfertigung durch den Empfänger vor. - In dem Schreiber unseres Diploms erblickt W. KRALLERT, Ein unbekanntes Diplom Lothars III. für die S. Salvatorkirche in Ficarolo, in: MÖIG 50 (1936) S. 391, wegen der gleichen Gestalt der Monogramme (Kennzeichen: Mittelschaft zuzüglich eines O im Zentrum auf dem Schnittpunkt der Diagonalen) auch den Mundator des nur kopial überlieferten Reg. 358. Da dasselbe Monogramm mit einem O im Zentrum - allerdings mit der Abweichung, daß die Majuskeln S, G und R auf den Balken des Monogramms die Plätze getauscht haben - sich auch in Reg. 382 findet (wobei hier das O eher wie ein Kreis dargestellt ist), dieses Diplom jedoch keineswegs von derselben Hand stammt wie unsere Urkunde, erscheint die von KRALLERT behauptete Gleichhändigkeit als nicht gesichert. Das in unserem Diplom überlieferte Monogramm ist eine Kombination aus dem zuletzt in Reg. 323 überlieferten Königsmonogramm (kein Mittelschaft, O im Zentrum) und dem anderweitig zuerst in Reg. 361 überlieferten Kaisermonogramm (O am Fuße eines Mittelschafts, nicht im Zentrum). Jedenfalls haben die Monogramme des Ekkehard A = Bertolf als Vorbild gedient. - Zur Datum-per-manus-Formel, die hier und in den Reg. 358 und 382 die Rekognition vertritt, vgl. H. PLECHL, Die Datum-per-manus-Formel. Zur Frage ihrer Verbreitung und Bedeutung. Diss. phil. Berlin 1947 (Masch.) S. 36-39. - Das Diplom ist eine Wiederholung von Reg. 323 nach erfolgter Kaiserkrönung; zum Vorbehalt am Ende wurde jedoch eigens auf die gefälschte VU. I. zurückgegriffen, welche den diesen enthaltenden Nachsatz möglicherweise erst zur Erlangung unseres Diploms erhalten hat, s. K. PIVEC, Die Urkunden Heinrichs V. für San Benedetto di Polirone, San Severo in Classe und San Donato in Imola, in: MÖIG 51 (1937) S. 35. - Auf dem Weg an den Taro hat Lothar den Apennin vermutlich über den La Cisa-Paß überquert, vgl. LUDWIG SCHÜTTE, Der Apenninenpaß des Monte Bardone und die deutschen Kaiser, 1901 S. 58, TH. GROSS, Lothar III. und die Mathildischen Güter, 1990 S. 119.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 357, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1133-07-19_1_0_4_1_1_357_357
(Abgerufen am 22.01.2017).