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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Nach der Kaiserkrönung fordert Lothar von Papst Innozenz II. zur Bekräftigung ihres Bündnisses für sich und das Reich die Investitur der Bistümer. Als der Papst gewillt ist, dem Verlangen zu entsprechen, warnt Erzbischof Norbert von Magdeburg in Anwesenheit vieler Bischöfe und des Kaisers den Papst, die Freiheit der Kirchen preiszugeben, worauf Lothar auf sein Ansinnen verzichtet.

Überlieferung/Literatur

Vita Norberti A c. 21, MGH SS 12 S. 702: Coronatus autem imperator ad honorem imperii et ad firmamentum foederis, quod cum papa pepigerat, investituras episcopatuum, libertatem videlicet ecclesiarum, sibi a papa concedi minus consulte postulavit. Reg.: Mülverstedt, Regesta archiepiscopatus Magdeburgensis 1 S. 413 Nr. 1060.

Kommentar

Zur Historizität des Vorgangs und seiner Deutung als eines Revisionsversuchs des Wormser Konkordats, mit dem Lothar die Bischofsinvestitur mit Ring und Stab gefordert haben dürfte, s. R.L. BENSON, The Bishop-Elect, Princeton 1968 S. 255f. Das foedus war vermutlich kein förmlicher Vertrag, sondern das gegenseitige Verpflichtungsverhältnis von Papst und Kaiser, s. E. MÜHLBACHER, Die streitige Papstwahl des Jahres 1130, 1876 S. 199f., BERNHARDI, Lothar S. 478 Anm. 40. Vgl. zum Vorgang auch D. CLAUDE, Geschichte des Erzbistums Magdeburg 2, 1975 S. 30f., W.M. GRAUWEN, Norbertus, 1978 S. 575ff., 586, W.M. GRAUWEN, Norbert, 1986 S. 398ff., 406, PETKE, Lothar S. 317.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 346, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1133-06-04_3_0_4_1_1_346_346
(Abgerufen am 22.10.2017).