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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Erzbischof Adalbert von Mainz schreibt an Otto von Bamberg, dieser werde sich wohl erinnern, wie er sich in dessen und der anderen Fürsten Gegenwart bemüht habe, durch einen ehrenvollen Ausgleich dem allgemeinen Übel, betreffs dessen Otto ihm geschrieben habe, vorzubeugen (quatinus hoc generale malum, pro quo scripsisti nobis, honesto placito interveniente praeveniendo prosemus avertere). Lothar wolle aber in nichts auf ihn hören (Et non placuit principi in aliquo nos audire vel exaudire). Es sei zu befürchten, daß der unbesonnenen Überhebung ein um so tieferer Sturz folgen werde. Wenn der Herrscher noch einen guten Rat annähme (Si placeret adhuc principi sanius consilium admittere), dann könnten sie gemeinsam dahin wirken, daß alles zum gemeinen Nutzen des Landes und zur Ehre des Reiches beigelegt werde (ad communem patriae salutem et regni honorem componerentur).

Überlieferung/Literatur

Drucke: Eccard, Cod. Udal. S. 370f. Nr. 365. Jaffé, Cod. Udal. S. 435 Nr. 252. Reg.: Böhmer-Will, Regesten Mainz 1 S. 292 Nr. 233 (zu 1130?).

Kommentar

Die Zeitstellung des Briefes und die Frage, ob es sich bei dem von Adalbert von Mainz angesprochenen allgemeinen Leiden um das Schisma, den Kampf gegen die Staufer oder Lothars Bistumspolitik handelt, sind umstritten, vgl. PETKE, Lothar S. 297 mit Anm. 180. Für die Datierung jedenfalls nach 1130 spricht die Stelle, welche das Schreiben in der handschriftlichen Überlieferung des Cod. Udal. einnimmt, vgl. GIESEBRECHT, Geschichte der deutschen Kaiserzeit 4 S. 440 (zu S. 100). Eine Datierung vor den Oktober 1130 vertritt dagegen L. SPEER, Kaiser Lothar III. und Erzbischof Adalbert I. von Mainz, 1983 S. 134. - Die erste Fürstenversammlung nach Lothars Romzug, auf der sowohl Adalbert als auch Otto von Bamberg bezeugt sind, fand im Oktober 1133 in Mainz statt, vgl. Reg. 367; danach die vermutungsweise Einreihung des Textes, der sich dann auf Lothars Bistumspolitik oder aber auf den fortwährenden Konflikt mit den Staufern beziehen dürfte. Wenn letzteres der Fall ist, dann hätte Adalbert von Mainz vor der gewaltsamen Beseitigung des staufischen Gegenkönigtums eine Vermittlung versucht. Damit ist jedoch gegen SPEER, a.a.O. S. 124, 131f., 145, keineswegs ein vor 1135 zwischen Adalbert und den Staufern geschlossenes Bündnis bezeugt, vgl. PETKE, a.a.O. - Zu Adalberts Beziehung zu Lothar s. auch Reg. 389.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 380, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1133-00-00_1_0_4_1_1_380_380
(Abgerufen am 23.03.2017).