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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar verleiht dem Abt Heinrich und dem Kloster S. Benedetto Polirone mit seinen Besitzungen - und zwar der Insula sancti Benedicti mit der Kirche S. Floriano, der Insel Gorgo nebst Kirche, Casale und Barbasso nebst den Kirchen S. Maria und S. Lorenzo (Casale, Barbatum cum ęcclesia sanctę Marię et sancti Laurentii earumque pertinentiis), Septingenti nebst der Kirche S. Michele und dem Schiffszoll, dem zehnten Teil der Curtis von Barbassola (Burbassium) nebst der Kirche S. Giovanni, dem Ort Nocétolo, dem Hospital nebst Zubehör in Mantua, der Kirche S. Valentine nebst Zubehör in Marengo, der Kirche S. Vito in Medolla (Medula), der Kirche S. Michele in Cotorlione (Bistum Parma), der Kirche S. Benedetto in Ficarolo, der Kirche S. Agata in Ferrara, dem Kloster S. Cipriano in Venedig, der Kirche S. Elena in Tassaria (Bistum Treviso), dem Ort Concha (Bistum Vercelli) nebst der Kirche S. Leonardo, dem Ort Foculare (Bistum Vercelli) nebst der Kirche S. Marco und allen Zehnten ebendort, den Kirchen S. Benedetto und S. Maria in Gonzaga mit allen Zehnten ebendort, Caput Uici, †Villula nebst der Kirche S. Maria und allen Zehnten, Quistello mit der Kirche S. Bartolomeo und allen Zehnten, Gabbíana mit der Kirche S. Andrea und allen Zehnten, der Kirche S. Venerio in Marceneta mit der Hälfte des Kastells und Zubehör, der Kirche und allem Zubehör in Tellione, der Kirche S. Bartolomeo in Lucca, der Kirche S. Martino in Colle (Bistum Lucca), der Kirche S. Leonardo in Parma und allem Klosterbesitz im Bistum Parma, der Kirche S. Sisto in Palidano (Lecto Paludano), den Kirchen S. Maria (VU. II: de Lambriano) und S. Giovanni (VU. II: de Dalmantiatico) im Bistum Bologna, den Zehnten zu Runci Guntheri, den Klöstern S. Maria in Práglia (Pratalia) und S. Croce in Campese (Campus Syon) (jeweils Bistum Padua), dem Kloster SS. Fermo e Rustico (in Lonigo, Bistum Vicenza), der Kirche S. Cristina in Bardolino und allen Ländereien des Klosters im Judikariental (Iudicaria Gardense) und in der Grafschaft (comitatu) Verona - seinen Schutz, unterstellt es der Herrschaft von Papst und Kaiser, befreit seine Leute von der Herbergspflicht, Gerichtsabgaben oder der Arimannia und von jeder Forderung auch des Königs und sichert ihm zu, was ihm von ehemaligen Gütern der Gräfin Mathilde oder von Graf Adalbert (a comite Adelberto) noch zugewendet wird. - Ego Ekkehardus vice Brunonis archicancellarii recognovi; VUU: das gefälschte D Heinrich V. Stumpf †3195 (VU. I) und JL 7574 vom 25. Juni 1132 (VU. II); verfaßt und geschrieben von Ekkehard A = Bertolf. Wohl eigenhändige Unterfertigung des Königs durch Kreuz. SI. D. Sane credimus nos.

Originaldatierung:
(XVII. kal. ian., apud Cellulam in Bononiensi episcopatu)

Überlieferung/Literatur

Or.: Mailand, Archivio di Stato, Museo diplomatico. Diplomi e dispacci sovrani (A). Abb.: W. Schlögl, Die Unterfertigung Deutscher Könige von der Karolingerzeit bis zum Interregnum durch Kreuz und Unterschrift, 1978 Tf. 48 Abb. 28 (Teilabb.). Koch, Schrift der Reichskanzlei Abb. 9 (Teilabb.). Drucke: Stumpf-Brentano, Acta imperii inedita (Die Reichskanzler 3) 1881 S. 110 Nr. 97. DLo.III 46. Reg.: Torelli, Regesto Mantovano 1 (Regesta chartarum Italiae 12) S. 156 Nr. 220. Stumpf 3273.

Kommentar

Vor dem Monogramm befindet sich ein Kreuz, das von gleicher Feder gezeichnet ist wie der in der Corroboratio auf Rasur geschriebene Hinweis auf die Eigenhändigkeit der Unterfertigung (atque proprię manus nostre subscriptione, ut inferius evidenter apparet, corroboravimus); jedoch stammt es von anderer Hand. Zur Deutung des Kreuzes als persönlicher Unterfertigung Lothars III., welche dieser vermutlich auf Wunsch des Empfängers vornahm, s. HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 46, Vorbemerkung, und SCHLÖGL, a.a.O. S. 182f. - Zum vor Erlangung unseres Diploms gefälschten Diplom Heinrichs V. s. K. PIVEC, Die Urkunden Heinrichs V. für San Benedetto di Polirone, San Severo in Classe und San Donato in Imola, in: MÖIG 51 (1937) S. 28-35, wonach die Fälschung die Freiheit von S. Benedetto von Cluny bezweckt hat. Der von HIRSCH/ OTTENTHAL nicht als solcher erkannten VU. II ist der Passus über die Erlaubnis zum Erwerb von Schenkungen aus dem mathildischen Gut entnommen, vgl. TH. GROSS, Lothar III. und die Mathildischen Güter, 1990 S. 81. - Zu Lage und Besitzungen von S. Benedetto, dem cluniazensischen Hauskloster der Grafen von Canossa, vgl. A. OVERMANN, Mathilde von Tuscien, 1895 S. 16f., KEHR, It. Pont. VII, 1 S. 325, und H. SCHWARZMAIER, Das Kloster S. Benedetto di Polirone in seiner cluniacensischen Umwelt, in: Adel und Kirche, Festschr. GERD TELLENBACH, hg. J. FLECKENSTEIN und KARL SCHMID, Freiburg 1968 S. 282f. Zu den ehemals canusinischen Gütern Barbasso, Barbassolo, Casale, Gabbiana, der ehemaligen Poinsel Gorgo, zu Gonzaga, dem Hospital in Mantua, zu Medolla, Palidano, Quistelli, und den ehedem am Po gelegenen Septingenti und Villula vgl. GROSS, a.a.O. S. 148ff. s. v. Die im Regest in Klammern beigegebenen Angaben der Diözesen sind aus der VU. II übernommen, um eine Identifizierungshilfe zu eröffnen. Colle erscheint in VU. II als im Bistum Lucca gelegenes Kloster S. Martino mit einer Salvator- und einer Marienkirche, wobei letztere vielleicht identisch ist mit der Marienkapelle S. Maria a Colle, vgl. KEHR, It. Pont. 3 S. 454. Die in vorliegendem Diplom gegenüber der VU. I noch aufgeführten Klöster Praglia, Campese und Lonigo (vgl. KEHR, It. pont. VII, 1 S. 147, 190, 209) wurden in VU. II der Abtei bestätigt. - BRÜHL, Fodrum S. 566, erblickt in der Befreiung von der regalis exactio eine wahrscheinlich gewährte Befreiung vom Fodrum. - Zu Adalbert, Graf von Verona und Markgraf und Herzog in den mathildischen Gütern, der in VU. II als marchio, hier jedoch als comes bezeichnet wird, s. unten Reg. 353. - Zola Predosa gehörte zum mathildischen Gut, vgl. OVERMANN, a.a.O. S. 25, 46 Anm. 5, GROSS, a.a.O. S. 80, 279f. Zum die Bischofsstädte umgehenden und auf mathildische Besitzungen zielenden Itinerar Lothars vgl. auch BRÜHL, Fodrum S. 469ff., A. HAVERKAMP, Die Städte im Herrschafts- und Sozialgefüge Reichsitaliens, in: HZ Beiheft NF 7, 1982 S. 179 mit Anm. 102. - NU.: Reg. 357.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 323, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1132-12-16_1_0_4_1_1_323_323
(Abgerufen am 29.03.2017).