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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Die Capitane, Valvassoren und alle Stände des Hauses der Gräfin Mathilde an Kaiser I. (Lothar): Da sie durch ihn eine Hebung des Hauses erhoffen, harren sie auf seine Ankunft. Hinsichtlich ihres Herrn, des Grafen Adalbert (von Verona), hätten sie zu antworten, was sowieso fast ganz Italien wisse. Adalbert, verzweifelt, das mathildische Land halten zu können, hätte sich heimlich mit den Mailändern verbündet, um diesen und Konrad (von Staufen) für Geld die Burg (Canossa) auszuliefern. Diesen Plan hätte ihnen Adalberts Frau verraten, die sich freiwillig auf die Burg hätte bringen lassen, um mit ihnen, den Valvassoren, einen derartigen Verrat an Lothar zu verhindern. Daraufhin hätten sich Adalbert und seine Frau versöhnt, und sie hätten dem Grafen wieder gedient, solange er bei ihnen weilte. Adalbert sei jedoch binnen kurzem in seine Heimat gegangen und bislang trotz vielfacher Bitten nicht zurückgekehrt. Seine auf der Burg Canossa gebliebenen unehelichen Söhne hätten den Gerhard, Gerhards Sohn, seinerseits ein Sohn des Boso, verräterisch gefangen genommen und lange in schwerer Haft gehalten, bis der erwähnte Gerhard mit den Söhnen des Rainer (de Saxo) die Burg erobert und an Adalberts Söhnen Vergeltung geübt hätte. Käme jener wieder, seien sie bereit, ihm zu dienen. Den Kaiser bitten sie, zu dem in seinem Brief genannten Termin zu erscheinen. Sie würden ihm bis nach Verona entgegenziehen und bereitwillig mit nach Rom gehen.

Überlieferung/Literatur

Drucke: J. Pasini, Codices manuscripti bibliothecae regiae Taurinensis Athenaei 2, Turin 1749 S. 224. W. Wattenbach, Iter Austriacum 1853, in: Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen 14 (1855) S. 85 Nr. 79. E. Dümmler, Zwei Briefe zur Geschichte des 11. und 12. Jahrhunderts, in: Forschungen zur deutschen Geschichte 8 (1868) S. 392f.

Kommentar

Fiktion; aus der Lombardischen Briefsammlung, vgl. Reg. 270 und 306. Der hier erwähnte Gerhard, Gerhards Sohn, ist 1129 als Girardus filius Girardi filii Bosonis bezeugt, J. FICKER, Forschungen zur Reichs- und Rechtsgeschichte Italiens 4, 1874 S. 148 Nr. 103, vgl. BERNHARDI, Lothar S. 832f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. †309, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1132-00-00_6_0_4_1_1_309_F309
(Abgerufen am 14.12.2017).