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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Graf A(dalbert) von Verona an Kaiser I. (Lothar): Da er nicht erscheinen könne, führe er mit vorliegender Bittschrift Klage über die Capitane, Valvassoren und Vasallen des Hauses der Gräfin Mathilde. Diese hätten ihn zu ihrem Herrn gemacht, hätten von ihm Pferde, Kleider, Waffen, Geld und Gold- und Silbergeschirr empfangen, aber dann, als er nicht mehr habe geben können, seine Frau auf die verräterisch von ihnen besetzte Burg Canossa entführt und ihm anschließend erneut die Treue geschworen, bis nach wenigen Tagen Rainer de Saxo besagte Burg durch Verrat eingenommen und seine Söhne Bonifaz und Garsedonius gefangen gesetzt habe. Er bittet Lothar, diesen Verbrechen gemäß zu handeln und einen passenden Gesandten zu entbieten.

Überlieferung/Literatur

Druck: W. Wattenbach, Iter Austriacum 1853, in: Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen 14 (1855) S. 83 Nr. 76.

Kommentar

Fiktion; aus der Lombardischen Briefsammlung, vgl. Reg. 270. Im einzelnen ist schwer die Grenze zu ziehen, wo Tatsachen in Erfindungen übergehen. Wenn der Brief historisch wäre, müßte er wegen des in Reg. 309 erwähnten Romzuges vor den Oktober 1132 datiert werden. - Zu Adalbert von Verona und seinen Söhnen vgl. Reg. 353. Rainald de Saxo ist 1136 am Hof Richenzas bezeugt, Reg. 541. - Zum Quellenwert dieses und der folgenden fiktiven Briefe für die Geschichte des mathildischen Gutes vgl. BERNHARDI, Lothar S. 831-833, A. OVERMANN, Mathilde von Tuscien, 1895 S. 48f., OPLL, Stadt und Reich S. 459f., H.-J. BEYER, Mailand aus der Sicht seiner Nachbarn, in: Atti dell'11o congresso internazionale di studi sull'alto medioevo. Milano, 26-30 ottobre 1987, tom. 2 (Centro italiano di studi sull'alto medioevo [11, 2]) Spoleto 1989 S. 915-918; wenig förderlich TH. GROSS, Lothar III. und die Mathildischen Güter, 1990 S. 46.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. †306, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1132-00-00_3_0_4_1_1_306_F306
(Abgerufen am 23.07.2017).