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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar befiehlt auf Klage der Kanoniker des Würzburger Stifts Haug (= St. Johannes) dem Bischof Embricho von Würzburg, das Stift von dessen Vogt Reginhard von Endsee zu befreien, worauf der Bischof den Beklagten unter Wahrung der gesetzlichen Fristen dreimal vorlädt.

Überlieferung/Literatur

Erwähnt in der Urkunde Bischof Embrichos von Würzburg von 1130 (Transsumpt von 1234), Monumenta Boica 30, 1S. 223 Nr. 726. J.-L.-A. Huillard-Bréholles, historia diplomatica Friderici secundi tom. 4, 2, Paris 1855 S. 702: Tandem uero predicti fratres graues et indeficientes querimonias ... et coram nobis et ad ultimum coram rege Luothario mouere ceperunt et eum incessanter in ius et in causam suas iniurias expostudando traxerunt. Rex autem Luotharius deum et iusticiam in causa fratrum supranominatorum animaduertens et amplectens nobis sub obtentu gratie sue precepit, quod bona et fratres sancti Iohannis a predicto aduocato immo destructore (sc. Reginhard de Ense) penitus absolueremus. Under prefatum Regenhardum statuto loco et die et datis legitimis indutiis sub tercio edicto uocauimus ..., indictione VIII, regnante glorioso Romanorum rege Luothario, anno regni ipsius Vo, Godeboldo existente urbano comite. Reg.: Diestelkamp/Rotter, Urkundenregesten zur Tätigkeit des deutschen Königsund Hofgerichts 1 S. 142 Nr. 200. Stumpf 3360.

Kommentar

Wegen der ausdrücklich erwähnten Androhung des Huldverlusts, vgl. F. OPLL, Das kaiserliche Mandat im 12. Jahrhundert, in: MIÖG 84 (1976) S. 299, ist nicht nur an einen mündlich überbrachten Befehl zu denken, sondern die Möglichkeit eines verlorenen schriftlichen Mandats gegeben. Nach dem Königs- und Indiktionsjahr, unter dem Embricho geurkundet hat, muß Lothars Weisung vor dem 24. August - zur Epoche von Lothars Königsjahren vgl. Reg. 654 - erangen sein; danach die Einreihung. - Zur Lage des Stifts Haug vgl. W. SCHICH, Würzburg im Mittelalter. Studien zum Verhältnis von Topographie und Bevölkerungsstruktur, 1977 S. 131. Reginhard von Endsee war auch Vogt des Würzburger Stifts Neumünster, vgl. Reg. 495. Sein Streit mit dem Stift St. Johannes endete laut Embrichos Urkunde mit einem Vogteistatut, das dem Vogt ein fixiertes Servitium zugestand.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 244, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1130-08-24_1_0_4_1_1_244_244
(Abgerufen am 24.05.2017).