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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar begeht einen Hoftag. Auf diesem erscheint Herzog Sobeslav von Böhmen, der eine Woche bleibt und dabei 20 Befestigungen zerstört haben soll. Wahrscheinlich berät Lothar mit Fürsten und Bischöfen, unter denen Otto von Bamberg zunächst fehlt, und mit der päpstlichen Gesandtschaft über die Anerkennung Papst Innozenz' II. (vgl. Reg. 241). Gerhoch von Reichersberg wird wegen seiner Simonielehre vor Walther von Ravenna angeklagt, von diesem in Anwesenheit Bischof Kunos von Regensburg geprüft und in seiner Lehre bestätigt. - Wahrscheinlich während dieses Hoftages erhalten Freisinger Zinspflichtige, die in ihrer Freiheit bedrängt worden sind, ihr Recht vor dem Freisinger Vogt Otto (von Wittelsbach) und werden von diesem dem Schutz des Vogtes von Regensburg anvertraut.

Überlieferung/Literatur

Can. Wissegrad. cont. Cosmae zu 1130, MGH SS 9 S. 134: Eodem etiam anno dux Sobezlaus proficiscens Ratisponam ad colloquium Lutheri regis in quodam rivulo nomine Regen drei gratia evasit mersionem, in illaque urbe manens per septimanam destruxit 20 munitiones, sicque sanus et laetus rediit ad sua. Gerhoch von Reichersberg, Epistola ad Innocentium papam (Dialogus inter clericum saecularem et regularem) von (1131), MGH Ldl 3, 1897 S. 225; Brackmann, Germ. Pont. I S. 190f. Nr. *2, Anm.: Anno praeterito, cum G(ualterius) archiepiscopus Ravennas esset Ratisponae in domini papae legatione, fui apud ipsum de verbo isto et aliis dure pulsatus, a quo etiam presente domno meo episcopo de omnibus examinatus ad ipso tandem in sententia, quam dixeram, sum corroboratus. - Th. Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising 2 (QErörtBayerDtG NF 5) 1909 S. 361 Nr. 1528: Notum sit omnibus Christi fidelibus, qualiter tributarii sanctę Marię Regenolt et uxor eius Hiltegart et fratres et sorores eorum Diepolt et Ekihart, Gumpolt, Berhtolt, Gotehart, Gnanewib cum filiis et filiabus suis et cum omni parentela sua in curia Ratispone celebrata sub rege Lůthario iusticiam suam coram Ottone advocato et Geroldo custode optinuerunt, quos Perhtolt de Izenprunnen et servus eius Gumpo per violentiam et iniuriam in servitutem redigerunt et ipse O(tto) commisit ad protegendum eos Ratisponensi advocato...

Kommentar

Wie BERNHARDI, Lothar S. 265 Anm. 22, nach dem aus der Can. Wissegrad. cont. Cosmae S. 134-136 erschließbaren Itinerar des Böhmenherzogs zeigt, hat der Regensburger Tag wahrscheinlich im Juli 1130 und keinesfalls im Juni stattgefunden. - P. CLASSEN, Gerhoch von Reichersberg. Eine Biographie, 1960 S. 50, setzt die in Regensburg erfolgte Anklage Gerhochs in den Herbst 1130. Doch fand sie wegen der durch Reg. 241 in Lothars Umgebung nachgewiesenen päpstlichen Delegation wahrscheinlich während Lothars Hoftag statt. Walther von Ravenna war vor seiner Erhebung zum Erzbischof im Jahre 1118 Regensburger Domkanoniker, vgl. A. BRACKMANN, Die Kurie und Salzburger Kirchenprovinz (Studien und Vorarbeiten zur Germania pontificia 1) 1912 S. 52, BACHMANN, Legaten S. 23. Der zunächst fehlende Otto von Bamberg, vgl. Reg. 241, ist schließlich durch Reg. 243 in curia in Regensburg bezeugt. - Für die Behandlung der Freisinger Angelegenheit kommt dieser Hoftag und nicht jener vom Jahre 1125 in Betracht, sofern, wie von H. STAHLEDER, Hochstift Freising. Freising, Ismaning, Burgrain (Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern Heft 33) 1974 S. 56, angegeben, im Jahre 1125 noch Udalrich und nicht Otto von Wittelsbach Freisinger Vogt war. - Über ein möglicherweise auch erst hier gegebenes Diplom für St. Paul in Regensburg vgl. Reg. 143.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 242, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1130-06-00_1_0_4_1_1_242_242
(Abgerufen am 22.05.2017).