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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar begeht das Pfingstfest und hält einen Hoftag, auf dem Streitigkeiten unter sächsischen Fürsten geschlichtet werden. Wahrscheinlich hier wird Konrad, der Sohn Helperichs von Plötzkau, zum Markgrafen der Nordmark erhoben.

Überlieferung/Literatur

Ann. Magd. zu 1130, MGH SS 16 S. 183. Ann. Patherb. zu 1130, hg. Scheffer-Boichorst S. 154: ... pentecosten vero Quidilingaburg; quidam principes inter se dissidentes, ibi in concordiam redeunt. Ann. Saxo zu 1130, MGH SS 6 S. 766f.: ... ubi quidam principes inter se dissidentes in concordiam redeunt ... Udo comes de Frekenleve, filius Rodolfi marchionis, aput Ascherleve ab hominibus Adalberti marchionis occisus est, pluresque de parte eius capti ac vulnerati sunt, idus martii ... Marchia etiam septentrionalis, quam Heinricus filius Udonis habuerat, tradita est Conrado, filio Helperici comitis de Ploceke. Chron. Regia Coloniens. Rez. I zu 1130, MGH SSrerGerm 18 S. 67. Reg.: Krabbo, Regesten Brandenburg Nr. 17 d.

Kommentar

Gewalttaten wurden im Jahre 1130 gegen Konrad von Eichstädt (vgl. Reg. 238), gegen Heinrich Raspe von Thüringen, Fahnenträger des Königs (Ann. Saxo zu 1130, MGH SS 6 S. 767: Item Heinricus Raspo, frater Lodowici comitis de Thuringia, signifer regis, clam confossus immatura morte obiit, vgl. BERNHARDI, Lothar S. 258), und gegen den Markgrafen der Nordmark, Udo von Freckleben, verübt, der von Leuten Albrechts des Bären am 15. März 1130 erschlagen worden war, vgl. Reg. 195. Der Mord Hermanns von Winzenburg an Burchard von Loccum fand wohl erst nach diesem Hoftag statt, vgl. Reg. 255. - Über Konrad von Plötzkau und seine Familie vgl. H. BEUMANN, Zur Frühgeschichte des Klosters Hecklingen, in: Festschr. für FR. V. ZAHN 1 (Mitteldeutsche Forschungen 50, 1) 1968 S. 239ff., 244f., 261, vgl. auch FENSKE, Adelsopposition, 1977 S. 86ff. Bereits Konrads Vater Helperich hatte 1112 anstelle Rudolfs von Stade von Heinrich V. die Nordmark erhalten, doch wurde diese Vergabung noch 1112 wieder rückgängig gemacht, vgl. Reg. 18. - Nach der Vermutung von WOLFGANG HEINEMANN, Das Bistum Hildesheim im Kräftespiel der Reichs- und Territorialpolitik vornehmlich des 12. Jahrhunderts, 1968 S. 131, vgl. H. GOETTING, Die Hildesheimer Bischöfe von 815 bis 1221 (1227) (Germania Sacra NF 20) 1984 S. 343, könnte Bischof Bernhard I. von Hildesheim in Quedlinburg von Lothar investiert worden sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 236, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1130-05-18_2_0_4_1_1_236_236
(Abgerufen am 24.07.2017).