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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Die römischen Kardinäle - die Kardinal(priester) Bonifaz von S. Marco, Gregor von SS. Apostoli, Amicus von SS. Nereo ed Achilleo, Desiderius von S. Prassede, Saxo von S. Stefano in Monte Celio, Petrus Pisanus von S. Susanna, Petrus von S. Marcello, Sigizo von S. Sisto, Crescentius von SS. Marcellino e Pietro, Comes von S. Sabina, Gregor von S. Balbina, Litifred von S. Vitale, Matthäus von S. Pietro in Vincoli, Heinrich von S. Prisca ed Aquila, Odericus von SS. Giovanni e Paolo, Kardinal(diakon) Jonathas (von SS. Cosma e Damiano) (Jonathas tituli S. Callisti) (!), die Kardinal(priester) Stephan von S. Lorenzo in Damaso und Petrus von S. Eusebio, die Kardinal(diakone) Gregor von S. Eustachio, Angelus von S. Maria in Domnica, Johannes von S. Nicola in Carcere, Hermann von S. Angelo, Sylvius von S. Lucia in Septisolio, Romanus von S. Adriano und Gregor von S. Maria Aquiro, die Kardinalbischöfe Petrus von Porto, Aegidius von Tusculum und Trasmund von Segni -, Bischof Otto von Sutri mit allen übrigen römischen Suffraganen, alle Subdiakone, der Primicerius mit der Schola Cantorum, die Erzpriester Petrus von der Lateranbasilika, Rainer von S. Maria Maggiore, Papa von S. Maria Rotonda, alle übrigen Erzpriester und der ganze römische Klerus, die Äbte Anastasius von S. Paolo fuori le mura, Johannes von SS. Stefano e Lorenzo und Laurentius von S. Gregorio al Monte Celio an Lothar: Sie weisen das Gerücht zurück, Anaklet sei nicht kanonisch, sondern mit Gewalt von der Verwandtschaft und den Brüdern gegen ihren Willen erhoben worden (non petitione populi, non spontanea cleri electione, nec honoratorum consensu iuxta synodales regulas, et antiquas patrum nostrorum traditiones, ... sed vi parentum, potentia fratrum, fustibus et sanguine nobisque nolentibus), berichten von Anaklets Wahl in S. Marco und seiner Weihe in St. Peter, von den Machenschaften des ehemaligen Kanzlers Haimerich, der mit Unterstützung des Leo Frangipane, welcher mit Gottes Fügung aber nun ihnen zugehöre (qui nunc per Dei gratiam nobiscum est), mit seinen Anhängern - Neulingen und fünf an der Zahl (viris utique novitiis et numero quinque) - einen anderen erhoben habe, und bitten Lothar, wenn er die Bestätigung seiner kaiserlichen Herrschaft durch den päpstlichen Stuhl begehre, Anaklet als Papst anzuerkennen. Einst hätten sie (Lothar) nicht so geschätzt, aber nachdem sie Anaklets Liebe für ihn kennten, empfänden sie dieselbe für ihn. Wenn er vielleicht zögere, auf sie zu hören, möge Gott ihnen gnädig sein, wenn Lothar ohne ihre Schuld sie sich unterwerfen müsse. Er möge des Schicksals von Rehabeam eingedenk sein, welcher dem Rat der Jungen, aber nicht dem der Priester gefolgt sei.

Überlieferung/Literatur

Drucke: Christian Lupo, Ad Ephesinum Concilium variorum Patrum epistolae, Lovanii 1682 S. 501 Nr. 10. J.M. Watterich, Pontificum Romanorum ... vitae tom. 2, Lipsiae 1862 S. 185. C. Baronius, Annales ecclesiastici, hg. A. Theiner, vol. 18, Bar-le-Duc 1869 S. 420 § § 16-18. Reg.: P.F. Palumbo, Lo scisma del MCXXX, Roma 1942 S. 652 (zu April - Mai).

Kommentar

Das Regest folgt dem Text bei LUPO. Die Einreihung geschieht im Hinblick auf Reg. 232 und Reg. 235. In diesem finden sich ähnliche Wendungen zu Lothars Kaiserwürde und zu seiner Wertschätzung seitens der Absender. Anleihen stammen auch aus JL 8376 und JL 8379 vom 1. Mai, vgl. E. MÜHLBACHER, Die streitige Papstwahl des Jahres 1130, 1876 S. 6f., und P.F. PALUMBO, La cancelleria di Anacleto II, in: Studi Salentini 17 (1964) S. 6f., 44f., wonach der spätere Kardinaldiakon Pandulf von SS. Cosma e Damiano als Verfasser zu gelten hat. Allerdings ist JL 8379 jedenfalls nicht an Lothar gerichtet, s. Reg. 232. Unter den Absendern finden sich bereits von Anaklet kreierte Kardinäle, vgl. R. ZOEPFFEL, Die Papstwahlen und die mit ihnen im nächsten Zusammenhange stehenden Ceremonien in ihrer Entwicklung vom 11. bis zum 14. Jahrhundert. Nebst einer Beilage: Die Doppelwahl des Jahres 1130, 1871 S. 383f., MÜHLBACHER, a.a.O. S. 5-9, P.F. PALUMBO, Lo scisma S. 208-211, B. ZENKER, Die Mitglieder des Kardinalkollegiums von 1130 bis 1159. Diss. phil. Würzburg 1964, MARIO DA BERGAMO (= L. PELLEGRINI), La duplice elezione papale del 1130. I precedenti immediati e i protagonisti, in: Contributi dell'Istituto di storia medioevale 1 (1968) S. 283-289, W. MALECZEK, Das Kardinalskollegium unter Innozenz II. und Anaklet II., in: ArchHistPont 19 (1981) S. 73-78. Der Übertritt des Leo Frangipane ist bereits am 1. Mai erwähnt, JL 8379, vgl. Reg. 232. - Die Erinnerung an Rehabeam, unter dem das Reich Salomos in die Teilreiche Israel und Juda zerfiel (1. Könige 12, 8ff.) ist wohl als Drohung mit dem Gegenkönigtum Konrads von Schwaben zu verstehen, vgl. MÜHLBACHER, a.a.O. S. 122.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 234, in: Regesta Imperii Online, URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1130-05-15_3_0_4_1_1_234_234 (Abgerufen am 01.09.2014).