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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Papst Anaklet (II.) an Lothar, König der Römer (Romanorum regi), und Königin Richenza, die besondere Tochter (specialis filia) des hl. Petrus: Nachdem Lothar bereits durch den an die Bischöfe des Reiches gesandten Brief (Reg. 220) über seine Wahl unterrichtet sei, erklärt er mit diesem besonderen Schreiben, daß er nach dem Beispiel seines Vorgängers Papst Honorius' (II.) den König und sein Königtum (honor) liebe, und bittet um Ehrerbietung und Neigung für die römische Kirche. Die von Honorius (II.) über Erzbischof (Friedrich) von Köln verhängte Suspension (interdictum) habe er im Blick auf Lothars Bitten nach Rat der Kardinäle aufgehoben. Über den Halberstädter Bischof (Martin) handle er nur kurz, weil er beschlossen habe, einen Kardinal (de fratribus nostris aliquem) zu senden, der nach Rat seines Legaten Erzbischof (Adalbert) von Mainz mit Lothar vollziehen werde, was Lothar und dem Reich frommt (ea, quae ad vestrum et regni honorem pertinent ... adimplevit). Durch denselben Kardinal werde er Erzbischof A(dalbero) von Bremen um Lothars und des Reiches willen volle Gerechtigkeit widerfahren lassen und ihm die Privilegien seiner Kirche bestätigen.

Überlieferung/Literatur

Drucke: Eccard, Cod. Udal. S. 351 Nr. 340. Jaffé, Cod. Udal. S. 422 Nr. 244. Migne PL 179 S. 691. Diplomatarium Danicum 1, 2, hg. L. Weibull/N. Skyum Nielsen, 1963 S. 102 Nr. 53. Reg.: JL 8371. Knipping, Regesten Köln 2 Nr. 252. May, Regesten Bremen 1 Nr. 430. P.F. Palumbo, Lo scisma del MCXXX, Roma 1942 S. 650 Nr. 2. Jakobs, Germ. Pont. IV S. 139 Nr. 278. Seegrün/Schieffer, Germ. Pont. VI S. 69 Nr. 112. Schieffer, Germ. Pont. VII S. 86 Nr. 247.

Kommentar

Die im Schreiben in der Anrede gebrauchte 2. Person Plural dürfte als pluralis reverentiae trotz Richenzas Nennung in der Inscriptio allein auf Lothar zu beziehen sein. - Der Brief wurde Reg. 232 zufolge durch Erzbischof Adalbero von Bremen an Lothar überbracht; der Erzbischof war in Rom, um vor Honorius II. die Metropolitanrechte seiner Kirche gegenüber Asker von Lund zu vertreten, vgl. SEEGRÜN/ SCHIEFFER, Germ. Pont. VI S. 69 Nr. 114, Reg. 343. Zu Friedrich von Köln s. Reg. 190, zu Martin von Halberstadt s.Reg. 188. Adalbert von Mainz war seit dem Jahre 1118/1119 ständiger Legat für Deutschland, vgl. HAUSMANN, Reichskanzlei und Hofkapelle S. 34f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 221, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1130-02-24_2_0_4_1_1_221_221
(Abgerufen am 28.06.2017).