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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar gibt auf Bitte Richenzas dem Kloster der hll. Maria und Georg in Clus eine Wiese, zwei Höfe und 26 Joch Landes zu Eigen, gelegen in dem Ort Dankelsheim in der Grafschaft des Grafen Burchard von Loccum (in villa Thancoluisse vocata in comitatu comitis Burchardi de Luca), welche von den erbenlosen Freien Bernolf und Hildiber an ihn und in die Gewere des Reiches gefallen sind (derelicta nobis a liberis Bernolfo et alio quodam Hildiber in potestatem regni heredibus eorum nullis subsistentibus). Z.: Bischof Otto von Halberstadt, Propst Bennico von Braunschweig, Bernolf, Graf Burchard, Ludolf von Wöltingerode, Bernhard. Gegeben unter Bischof Berthold von Hildesheim und Äbtissin Bertha von Gandersheim und zu der Zeit, als der Priester Walther besagtem Kloster vorsteht (presidente prefate Clusensi ecclesię Waltero presbitero). - Thietmarus regis notarius vicem Adelberti archicapellani recognovit; verfaßt und bis in die Datierung mundiert von Thietmar A = Thietmar unter Mitwirkung einer zweiten Hand in der Datierung. SI. 1. Notum esse volumus.

Originaldatierung:
(VIIII. kal. april., Goslarię)

Überlieferung/Literatur

Or.: Niedersächsisches Staatsarchiv Wolfenbüttel, 10/11 Urk 2 (A). Drucke: Iohannes Georgius Leuckfeld, Antiquitates Gandersheimenses, Wolffenbüttel 1709 S. 177 Anm. dd. Johann Christoph Harenberg, Historia ecclesiae Gandershemensis, Hannoverae 1734 S. 704. DLo.III. 18. Reg.: H. Goetting, Die Gründung des Benediktinerklosters Clus, in: Braunschweigisches Jahrbuch 40 (1959) S. 19 Nr. 2. Stumpf 3242.

Kommentar

Thietmar hat das äußerlich unscheinbare Diplom bis episcopo in der Datierung mundiert. Mit atque setzt eine zweite, ihn nachahmende Hand ein, welche die Urkunde bis zur Apprecatio zu Ende geschrieben und im Kontext eine Korrektur zu Hildiber vorgenommen hat, vgl. HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 18, Vorbemerkung mit S. 23 Anm. c. - Über das 2 Kilometer nordwestl. von Gandersheim gelegene Benediktinerkloster Clus und dessen in der Datierung genannten Vorsteher (Propst) Walther vgl. H. GOETTING, Das Benediktiner(innen)kloster Brunshausen. Das Benediktinerinnenkloster St. Marien vor Gandersheim. Das Benediktinerkloster Clus. Das Franziskanerkloster Gandersheim (Germania Sacra NF 8) 1974 S. 167ff., hier S. 195f., S. 199 mit Anm. 4. Vgl. auch Reg. 140, 388. - Über Burchard von Loccum, der seine Grafschaft wie die Vizevogtei über Gandersheim von Graf Siegfried von Boyneburg zu Lehen trug, vgl. W. PETKE, Die Grafen von Wöltingerode-Wohldenberg, 1971 S. 288-291, W. PETKE, Lothar S. 145f.; W. PETKE auch über die Zeugen, von denen der vor dem Wöltingeroder genannte Bernolf wahrscheinlich ein Geistlicher war; denn ein edelfreier Bernolf aus Sachsen ist sonst nicht bezeugt. Die Freiengüter lagen in Dankelsheim nördl. Clus, worauf auch alle Rückvermerke des Diploms führen. Der Dorsualvermerk des 18. Jh. lautet richtig gelesen "vor Danckelsheim" und nicht, wie von HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 18, Vorbemerkung, angegeben, ,,vor dem Kelsheim", vgl. GOETTING, Gründung Clus S. 19 Anm. 6. Der Anfall von erbenlosem Freiengut an den König ist zum Beispiel auch in DKo.III. 177 (1147) bezeugt. Vgl. auch Reg. 20.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 185, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1129-03-24_1_0_4_1_1_185_185
(Abgerufen am 28.03.2017).