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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar feiert das Fest Mariae Lichtmeß, läßt einen gewissen Giselbert, der die Utrechter Kirche mehrere Jahre lang bedrückt hat, hinrichten und befiehlt am St. Blasius-Tag mit Zustimmung des anwesenden Bischofs (Andreas) von Utrecht, daß die Stiftskirche St. Vitus zu Elten durch Bischof Sigward von Minden geweiht wird. Er selber begabt das Eltener Stift auf Bitten Richenzas mit zwei Pfund Geldes jährlich aus dem königlichen Zins in Duisburg.

Überlieferung/Literatur

Ann. S. Disib. zu 1129, MGH SS 17 S. 24: Rex purificationem sanctae Mariae apud Altenam fecit, ubi Gisilbertum, Traiectensis ecclesiae oppressorem, decollare fecit IIII. idus ianuarii. DLo.III. 19 (= Reg. 186). Stumpf 3239 a: Quoniam eciam iam dictam beati Viti ecclesiam in beati Blasii natale a Sigwardo Mindensi episcopo presente et favente Traiectensi episcopo una cum clero suo aliisque quampluribus sancte ecclesie fidelibus consecrari mandavimus, ibique in proprios ecclesie usus de censu nostro, quem Duisborch habemus, uno quoque anno duo talenta probate monete donavimus iuvante et precante pia regina et coniuge nostra Richinza. Ehemalige Weihinschrift vom Giebel der Kirche, publiziert aus den Stiftsakten von Lacomblet, UB Niederrhein 1 S. 203 Anm. 1: Dyt naebeschreven is die schriefft, die gehouwen is in den vyrkantigen steen, stainde beneden in der gevelen der hallen: Notum sit omnibus Christi fidelibus, quod Wichmannus comes ecclesiam hanc in honore beati Viti martiris edificauit. Dilapsam Irmgardis abbatissa felicis memorie reedificauit et nouissime diebus istis Lotharius rex (ad) memoriam sui et contectalis sue Richize donans ei singulis annis duo talenta grauis monete de Tousburch eam dotauit. Et ut haec traditio stabilis esset, litterarum traditione et sigilli impressione confirmauit. Anno Mo Co uicesimo nono. Dedicata est hec ecclesia a Lymaro Mindensi episcopo. Ann. Patherb. zu 1127, hg. Scheffer-Boichorst S. 150.: Quidam nefarius homo Gisilbertus dictus, qui dominum suum episcopum Traiectensem et aecclesias Dei sub eo positas superioribus annis saepius infestabat, comprehensus iussu regis capitalem sententiam accepit. Ann. Saxo zu 1127, MGH SS 6 S. 765. Chron. Regia Coloniens. Rez. I zu 1127, MGH SSrerGerm 18 S. 65.

Kommentar

Die Paderborner Annalen bringen Giselberts Hinrichtung nicht nur zum Jahre 1127, sondern lassen darüber hinaus Lothar im Jahre 1129 den 2. Februar in Köln verbringen (S. 152). Der Aufenthalt in Elten im Jahre 1129 ist jedoch durch die Ann. S. Disib. und durch Reg. 186 und die davon abhängige Weihinschrift verbürgt. Freilich kann das von den Ann. S. Disib. gegebene Datum der Hinrichtung des Giselbert (10. Januar) nach Lothars Itinerar nicht zutreffen. Gegenüber BERNHARDI, Lothar S. 119 Anm. 6, S. 213f., der einen ersten Aufenthalt in Elten im Jahre 1127 und einen zweiten 1129 annimmt, ziehen wir mit R. HOLTZMANN, Die Weiber von Weinsberg. Zugleich ein Beitrag zur Kritik der Paderborner Annalen, in: WürttVjhefteLdG NF 20 (1911) S. 436-438, und KUCK, Itinerar S. 5f., 9, die Nachrichten beider Annalen zu einem Aufenthalt zusammen. - Wahrscheinlich ist das Langhaus der Eltener Kirche geweiht worden, vgl. G. BINDING/ W. JANSSEN/ F.K. JUNGKLAASS, Burg und Stift Elten am Niederrhein (Rheinische Ausgrabungen 8) 1970 S. 10, 120, 122. Sigward hat im Jahre 1136 weitere Utrechter Kirchen und Altäre konsekriert, vgl. PETKE, Lothar S. 345f. - Ob der Duisburger census mit dem seit dem Jahre 1209 bezeugten Duisburger Reichszins, einem stadtherrlichen Arealzins, identisch ist, ist offen, vgl. J. MILZ, Pfalz und Stadt Duisburg bis zum Ende des 15. Jh., in: BllDtLdG 120 (1984) S. 144f., J. MILZ, Reichszins und Stadtentstehung. Untersuchungen zur frühen Topographie Duisburgs, in: Duisburger Forschungen 35 (1987) S. 7f., 10. Ebenfalls einen Zins aus Duisburg hat Lothar zur Feier seiner Memorie dem Kloster Burtscheid gestiftet, F.X. BOSBACH, Das älteste Burtscheider Nekrologium, in: ZAachenGV 20 (1898) S. 166: VIII. id. dec. ... Obiit Lotharius rex, qui dedit nobis 40 s. in Dusburch, vgl. Reg. 654. Die Angabe von HIRSCH/ OTTENTHAL im Kopfregest zu DLo.III. 19, daß der Zins aus der Duisburger Münze bezogen wurde, ist ungesichert. Zur Duisburger Münzprägung vgl. P. BERGHAUS, Duisburger Münzen, in: Duisburg im Mittelalter, (Duisburg) 1983 S. 88-113.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 181, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1129-02-02_1_0_4_1_1_181_181
(Abgerufen am 26.02.2017).