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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar, durch das Walten göttlicher Gnade und mit Zustimmung und durch Wahl aller Getreuen zur Herrschaft gelangt (omnium fidelium consensu et electione ad regnum pervenimus), überträgt auf Bitten aller Kanoniker des Stifts St. Servatius in Maastricht deren Gut im Ort Monsheim (allodium ... in villa ... Monesheim), das ihnen zu entfernt sei, dem Kloster St. Wigbert in Hersfeld und tauscht dafür auf Bitten von Abt Adelmann (von Hersfeld) und dessen Mönchen und Laien deren ihnen zu weit liegende Kirche im Orte Güls (villa Gulusé) an das genannte Stift. Z.: die Erzbischöfe Adalbert von Mainz und Friedrich von Köln, die Bischöfe Bucco von Worms und Albero von Lüttich, Dekan Johannes von St. Servatius, Stephan, Franco und Rado; die Laien Arnold von Loon (Arnolfus de Los, Pfalzgraf Wilhelm (von Lothringen), Graf Wilhelm von Luxemburg (Luzeleburc) und Gerhard von Hochstaden (Ostaden) sowie die Ministerialen von St. Servatius Christian, Gottfried, Lambert und Franco. - Rekognition und Signumzeile fehlen; außerhalb der Kanzlei wohl von Empfängerseite verfaßt. Quia preordinante divina clementia.

Originaldatierung:
(Moguntie)

Überlieferung/Literatur

Kop.: Maastricht, Rijksarchief in Limburg, Kapittel v. St. Servaas Nr. 336, Einzelabschrift auf einem Pergamentblatt, 12. Jh. (B). Ebenda, Kapittel v. St. Servaas Nr. 10, Chartular von St. Servatius, 13. Jh., f. 23r-23v (C). Landeshauptarchiv Koblenz, Best. 117 (Koblenz, Jesuiten-Kolleg) Nr. 603, Abschriften von S. Servazer Urkunden des 17.-18. Jh., S. 21 (D). Drucke: Ch. Browerus/Ia. Masenius, Antiquitatum et Annalium Treverensium libri XXV, Coloniae 1626 S. 738 (unvollständig). C. de Borman, Notice sur un cartulaire du chapitre de Saint-Servais à Maestricht, in: Compte rendu des séances de la Commission Royale d'histoire 3e Série 9 (1867) S. 17. DLo.III. 9. Reg.: Goerz, Mittelrheinische Regesten 1 Nr. 1777. Böhmer-Will, Regesten Mainz 1 S. 283 Nr. 181. Knipping, Regesten Köln 2 Nr. 227. P.H.M. Doppler, Verzameling van charters en bescheiden betrekkelijk het vrije rijkskapittel van St. Servaas te Maastricht, in: PublSocHistArchéolLimbourg 66 (1930) S. 237 Nr. 35. Stumpf 3233.

Kommentar

Die Formel huius nominis rex in der Intitulatio erscheint auch in Reg. 297 und macht damit wahrscheinlich, daß beide Diplome von demselben Verfasser stammen, der in Maastricht beheimatet gewesen sein dürfte, vgl. HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 9, Vorbemerkung. Ob dieselbe, im Jahre 1151 auf Heinrich von Lüttich bezogene Formel, vgl. O. OPPERMANN, Rheinische Urkundenstudien 1, 1922 S. 317, schon 1126 Lütticher Kanzleidiktat war und ob es dieses überhaupt schon gab, ist gegen HIRSCH/ OTTENTHAL, a.a.O., ungeklärt. Der Eingang der Arenga setzt einen nicht allzu lange zurückliegenden Zeitpunkt von Lothars Herrschaftsantritt voraus. Damit stimmt das überlieferte Inkarnationsjahr überein. Nach dem Itinerar kommt neben dem Januar, zu dem wir das Diplom vermutungsweise einreihen, auch der Sommer als Ausstellungsdatum in Betracht, vgl. Reg. 126. - Für den Verfasser war der Arenga zufolge die Rechtsgrundlage von Lothars Königtum die Wahl durch die Fürsten, vgl. O. ENGELS, Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert (I), in: DA 27 (1971) S. 381. - Die Historizität des Tausches von Monsheim (westl. Worms) gegen Güls an der Mosel (südwestl. Koblenz) wird durch eine von 1126 stammende Urkunde der Kanoniker von Maastricht (DOPPLER, a.a.O. S. 236 Nr. 34) und die Urkunden Abt Heinrichs von Hersfeld von 1131 (Reg. 269) bestätigt. Nach der Urkunde der Kanoniker von 1126 gab St. Servatius auch noch eine Hufe in Dienheim (südl. Oppenheim) an Hersfeld, vgl. J. DEETERS, Servatiusstift und Stadt Maastricht (Rheinisches Archiv 73) 1970 S. 47, 125. - Zu Abt Adelmann von Hersfeld (1114-1127) vgl. H.-P. WEHLT, Reichsabtei und König, 1970 S. 189f., 346, dessen Angabe, der Gütertausch sei zu einem früheren, im ersten Regierungsjahr Lothars liegenden Zeitpunkt erfolgt, unverständlich ist. Die nach dem Dekan Johannes genannten geistlichen Zeugen waren Kanoniker von St. Servatius; ein Propst hat 1126 in St. Servatius nicht amtiert, da dessen Pfründe Erzbischof Adalbert von Mainz besaß, vgl. Reg. 163. Zu den gräflichen beziehungsweise edelfreien Zeugen vgl. PETKE, Lothar S. 122f., 211f., 225f., 241f., 264.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 114, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1126-01-00_1_0_4_1_1_114_114
(Abgerufen am 21.01.2017).