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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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L(othar) (Alamannorum rex) berichtet den Mailändern, er habe Herzog Friedrich von Schwaben, der ihm mit dem Bruder (Konrad) von Anbeginn seiner Königsherrschaft feindlich entgegengetreten sei, auf den Rat kluger Männer als Gefolgsmann und Freund angenommen. Auch habe er den Herzog von Böhmen, der sich auf Anstiften Markgraf Leopolds (von Österreich) mit ihm in häufige und schwere Kämpfe verwickelt habe, mit Gottes Hilfe besiegt und unterworfen. Nachdem jetzt alles befriedet sei, werde er im nächsten Jahr nach Italien kommen, um von Papst Honorius (II.) die Kaiserkrone zu empfangen. Die Mailänder mögen seine Ankunft angemessen vorbereiten, da er sie bei den Privilegien seiner Vorgänger und insbesondere Kaiser Heinrichs belassen wolle. Quoniam a legatis.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Prag, National- und Universitätsbibliothek, Lobkowitz 480, 12. Jh., f. 93r-93v. Druck: K. Höfler, Der Sieg der Böhmen über die Deutschen bei Kulm 1126, in: Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen 12 (1854) S. 314 Nr. 1. Reg.: Stumpf-.

Kommentar

Der fiktive Brief stammt aus der Aurea Gemma Willehelmi, die 1126 konzipiert und wohl nach 1134, dem Jahr der Unterwerfung Friedrichs von Staufen, überarbeitet wurde, vgl. W. WATTENBACH, Iter Austriacum 1853, in: Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen 14 (1855) S. 38f., H.-J. BEYER, Der Papst kommt, in: Fälschungen im Mittelalter 5 (SchrrMGH 33, 5) 1988 S. 55-57. Vgl. Reg. 433, 474. Markgraf Leopold III. († 1136) ist seit dem 20. November 1125 (Reg. 102) nicht mehr an Lothars Hof bezeugt und zählte 1133 zu den Gegnern Heinrichs des Stolzen in Bayern, vgl. BERNHARDI, Lothar S. 502. Vgl. auch Reg. 547; die Möglichkeit einer Entfremdung, welche die vorliegende Fiktion voraussetzt, scheint damit gegeben.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. †119, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1126-00-00_1_0_4_1_1_119_F119
(Abgerufen am 27.03.2017).