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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar bestätigt auf Bitten Abt Werners dem Kloster St. Marien in Pfäfers den Königsschutz, die Immunität und die freie Abtswahl und bestimmt, daß die Abtei frei sein (sit ... abbatia eadem libera) und an niemanden verlehnt oder verschenkt werden soll. Verhandelt in Straßburg vor den Fürsten (actum Argentinę coram principibus). - Hęc notata sunt sub Adalberto archicancellario Mogontino archiepiscopo; in Wiederholung des D Heinrich V. Stumpf 3038 (VU.) von kanzleifremder Hand geschrieben. SI. D. Si res ęcclesiis.

Originaldatierung:
(V. kal. ian., Argentinę)

Überlieferung/Literatur

Or.: Stiftsarchiv Sankt Gallen, Pfäfers, 1125 Dezember 28 (A). Drucke: Meyer-Marthaler/Perret, Bündner UB 1 S. 206 Nr. 279. Perret, UB der südlichen Teile des Kantons St. Gallen 1 S. 151 Nr. 156. DLo.III. 5. Reg.: Hidber 1641. Böhmer-Will, Regesten Mainz 1 S. 282 Nr. 172. Ladewig/Müller, Regesten Konstanz 1 Nr. 738. A. Helbok, Regesten von Vorarlberg und Liechtenstein bis zum Jahre 1260 (Quellen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins 1) Innsbruck 1920-25 Nr. 209. Stumpf 3230.

Kommentar

Bei vorauszusetzendem Weihnachtsstil hat der Schreiber versäumt, die Jahreszahl von 1125 auf 1126 zu erhöhen. - Die VU. und die Nachurkunde DKo.III. 20 sprechen nach dem Muster ihrer VUU., an ihrer Spitze DH.III. 56, statt von der Freiheit der abbatia eadem von der Freiheit der abbatia illius monasterii. Auch in dieser Formulierung erblicken E.E. STENGEL, Die Immunität in Deutschland bis zum Ende des 11. Jh., Innsbruck 1910 S. 238f., 324, H. HIRSCH, Die Klosterimmunität seit dem Investiturstreit, 1913 S. 22, und K. BLUME, Abbatia. Ein Beitrag zur Geschichte der kirchlichen Rechtssprache (Kirchenrechtliche Abhandlungen 83) 1914 S. 80f., den Ausdruck der Zugehörigkeit des Klosters zu den Reichskirchen. - Pfäfers war 1095 von Heinrich IV. dem Bistum Basel übertragen worden. Die Bestätigung dieser Übertragung durch Heinrich V. im Jahre 1114 bedeutete einen Kurswechsel gegenüber dessen Urkunde von 1110 (VU.), in der wie in Lothars Diplom von einem Baseler Eigenkirchenrecht an Pfäfers nichts verlautet, vgl. H. BÜTTNER, Staufer und Zähringer im politischen Kräftespiel zwischen Bodensee und Genfer See (1961), Wiederabdruck in: H. BÜTTNER, Schwaben und Schweiz im frühen und hohen Mittelalter. Gesammelte Aufsätze, hg. H. PATZE (Vorträge und Forschungen 15) 1972 S. 450. Paschalis II. hatte Pfäfers die Freiheit verbrieft, was Honorius II. 1127 wiederholte, s. BRACKMANN, Germ. Pont. II, 2 S. 109, 113-115 Nr. 6-11. Die Lotharurkunde stellt königlicherseits die Freiheit vom Baseler Eigenkirchenrecht wieder her, vgl. BÜTTNER, a.a.O. S. 455. - Über das Kloster vgl. auch F. PERRET/ W. VOGLER, Pfäfers, in: Frühe Klöster, die Benediktiner und Benediktinerinnen in der Schweiz, red. v. E. GILOMEN-SCHENKEL (Helvetia sacra. Abt. 3. Die Orden mit Benediktinerregel. Bd. 1, 2) Bern 1986 S. 980ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 108, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1125-12-28_1_0_4_1_1_108_108
(Abgerufen am 28.06.2017).