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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar sendet den Kardinalpriester Gerhard (von S. Croce in Gerusalemme) und die Bischöfe (Burchard) von Cambrai und (Heinrich) von Verdun zu seiner Bestätigung als König zu Papst Honorius (II.) nach Rom.

Überlieferung/Literatur

Ann. S. Disib. zu 1125, MGH SS 17 S. 23: Legati pro confirmando rege Romam mittuntur Gerhardus cardinalis, Cameracensis et Virdunensis episcopi.

Kommentar

Der Gesandte Bischof Heinrich von Verdun wurde am 3. Oktober 1125 von Honorius II. wegen Ungehorsams und Streitigkeiten mit dem Kloster Saint-Vanne suspendiert und zum 6. Januar 1126 nach Rom geladen, JL 7213, wo er sich nach Laurentius von Lüttich, Gesta ep. Virdunensium c. 27, MGH SS 10 S. 506, zu einem nicht näher überlieferten Zeitpunkt auch eingefunden hat, vgl. BERNHARDI, Lothar S. 247-249. S. auch Reg. 96. Kardinalpriester Gerhard ist am 6. Februar 1126 im Lateran bezeugt, s. HÜLS, Kardinäle S. 164. Daher ist die Gesandtschaft wahrscheinlich nach dem 3. Oktober, vielleicht sogar erst im Anschluß an den Regensburger Hoftag (Reg. 101), nach dem der Annalist unsere Nachricht einreiht, abgegangen. Ob Lothar, wie die ältere Literatur - s. BERNHARDI, Lothar S. 52f., R. HOLTZMANN, Zum Strator- und Marschalldienst, in: HZ 145 (1932) S. 335, und noch F. KEMPF, Kanonistik und kuriale Politik im 12. Jh., in: ArchHistPont 1 (1963) S. 23 sowie K. JORDAN, in: BRUNO GEBHARDT, Handbuch der deutschen Geschichte 1, 9. Auft. 1970 S. 368 - annimmt, nicht nur seine Wahl angezeigt, sondern, wie die Formulierung des Annalisten nahezulegen scheint, auch um deren Bestätigung nachgesucht hat, ist zweifelhaft. Die päpstliche Bestätigung der Wahl (Reg. 117) kann wie jene Friedrichs I., s. BÖHMER/ OPLL Nr. 72f., Nr. 86, ohne Verlangen des Königs vorgenommen worden sein und ist daher für eine Bitte Lothars um päpstliche Konfirmation seiner Wahl nicht beweisend, vgl. W. DEUSSEN, Die päpstliche Approbation der deutschen Königswahl. Diss. phil. Münster 1879 S. 4 Anm. 2, D. UNVERHAU, Approbatio - Reprobatio, 1973 S. 95f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 97, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1125-10-03_1_0_4_1_1_97_97
(Abgerufen am 16.12.2017).