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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar befiehlt auf Klage des vor ihm erschienenen (veniens ad nos conquestus est) Abtes L(aurentius) dem Bischof Heinrich von Verdun, dem Kloster Saint -Vanne die während des Streites zwischen Reich und Kirche (tempore discordie inter regnum et sacerdotium) entrissenen Güter, und zwar den Markt (mercatum) auf dem Mont Saint-Vanne und weitere Besitzungen, die in Privilegien genannt oder durch lebende Zeugen als dem Kloster gehörig nachgewiesen werden, zurückzustellen. Vale. - Verfaßt unter Benutzung des Briefes Honorius' II. JL 7192 (VU. I) und des Bittschreibens des Abtes Laurentius an Erzbischof Adalbert von Mainz, Ph. Jaffé, Monumenta Moguntina (BiblrerGerm 3) 1866 S. 395 Nr. 47 (VU. II). Veniens ad nos.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Paris, Bibl. nat., Coll. Moreau Bd. XLVI, Abschrift des 18. Jh. (aus dem alten Kopialbuch von Saint-Vanne f. 63), f. 198v (B). Ebenda, Coll. Dupuy Bd. 244, Abschrift des 16. Jh., f. 46 (C1). Ebenda, lat. 5435, Abschrift von gleicher Hand wie C1, f. 60 (C2). Drucke: Richard de Wassebourg, Antiquitez de la Gaule Belgicque vol. 1, Paris 1549 S. 285. H. Bloch, Die älteren Urkunden des Klosters S. Vanne, in: JbGesLotharG 14 (1902) S. 107 Nr. 82. DLo.III. 8. Reg.: Diestelkamp/Rotter, Urkundenregesten zur Tätigkeit des deutschen Königs- und Hofgerichts 1 S. 138 Nr. 194. Stumpf 3357.

Kommentar

Ob das Mandat, wie von BLOCH, a.a.O. S. 108, vermutet, von Laurentius v. Saint-Vanne verfaßt wurde, ist ebensowenig sicher wie die von F. OPLL, Das kaiserliche Mandat im 12. Jahrhundert, in: MIÖG 84 (1976) S. 311, angenommene Entstehung im Umkreis Adalberts von Mainz. Zum Formular des Mandats vgl. OPLL, a.a.O. S. 299f., 302. Äußerste Zeitgrenzen sind die Wahl Lothars und die Resignation Bischof Heinrichs am 2. Februar 1129, vgl. BERNHARDI, Lothar S. 249. Von HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 8, Vorbemerkung, zu Anfang Januar 1126 und von BERNHARDI, a.a.O. S. 248 Anm. 43, in das Jahr 1126 gestellt, gehört das Mandat, wie bereits BLOCH, a.a.O. S. 105, 108, annimmt, wahrscheinlich in die Zeit von September bis spätestens Dezember 1125; dafür sprechen die Textentlehnungen aus dem von Abt Laurentius persönlich erwirkten JL 7192 vom 20. März 1125 und jene aus seinem Bittschreiben an Erzbischof Adalbert, das vielleicht noch während der Thronvakanz ergangen ist, sowie die Anwesenheit des Laurentius bei den Verhandlungen gegen Heinrich von Verdun in Rom, s. Laurentius von Lüttich, Gesta ep. Virdunensium c. 27, MGH SS 10 S. 506, die in den Januar 1126 fällt, sofern der beklagte Bischof seiner päpstlichen Zitation zum 6. Januar 1126 (vgl. Reg. 97) pünktlich gefolgt ist. Von den späteren Auseinandersetzungen um den Bischof, vgl. BERNHARDI, a.a.O. S. 247-250, verlautet in Lothars Brief nichts. Heinrich gehörte zu der Gesandtschaft, welche Lothars Wahl dem Papst Honorius II. anzeigte, s. Reg. 97. Zum Streit zwischen Bischof und Kloster s. BLOCH, a.a.O. S. 104f. Nr. 79f., S. 108f. Nr. 83f. (= JL 7192, 7213, 7294, 7320), vgl. BERNHARDI, a.a.O.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 96, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1125-09-00_1_0_4_1_1_96_96
(Abgerufen am 24.03.2017).