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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar wird von Herzog Friedrich von Schwaben und Konrad in seinen Rechten verletzt, indem ihm diese bei dem Tode Kaiser Heinrichs V. viele Burgen und vieles andere, was dem Reich gehört, entreißen und sich desselben nach Erbrecht als ihrer Herrschaft zugehörig bemächtigen.

Überlieferung/Literatur

Ann. Stadenses zu 1126, MGH SS 16 S. 323: Sed postea detectis dolis Fridericus se regi opposuit. Ann. Saxo zu 1127, MGH SS 6 S. 765: Fridericus namque dux Suevorum et frater eius Conradus ... Heinrico inperatore decedente plurima castella et multa alia regii iuris sibi vendicantes temeraria potestate sub principatus sui conditionem hereditario iure usurpaverunt. Die Zwiefalter Chroniken Ortliebs und Bertholds c. 30, hg. E. König u. K.O. Müller, 1941 S. 232; Berthold von Zwiefalten, Chronik c. 35, hg. L. Wallach, in: Traditio 13 (1957) S. 217. Fridericus de Stoufe, dux Suevorum, ... totis viribus rebellare disponens insurrexit contra eundem Lotharium, Spirensem civitatem dolo obtinuit, nonnulla castella bellando occupavit, Counradum fratrem suum regem constituit. Vgl. Historia gloriosi regis Ludovici (= De glorioso rege Ludovico, Ludovici filio) c. II, ed. A. Molinier, Vie de Louis le Gros par Suger suivie de l'histoire du roi Louis VII (Collection de textes hist. 4) Paris 1887 S. 148; (unter dem Titel:) Ex Aimoni cont. Sangermanensi, MGH SS 26 S. 151f.: ... dux Fredericus solio regni repulsus, cum Conrado fratre, qui tamen prefato Lothario decedenti in regnum successit, cum parentibus et reliquis fautoribus suis multa dispendia, bella, incendia, pauperum depredationes, ecclesiarum destructiones, dampna innumera, similia perpessus ei intulerit.

Kommentar

Der sächsische Annalist bringt diese Nachricht zum Jahr 1127 zur Erklärung der Besetzung von Nürnberg durch die Staufer (vgl. Reg. 141). Für sich genommen, reicht sie mit ihrer Datierung des staufischen Widerstands seit dem Tode Heinrichs V. nicht aus, um die Usurpation von Reichsgut durch die Staufer schon im Jahre 1125 zu sichern. Jedoch dürfte das Regensburger Fürstenweistum, das zwei Spezialfragen klärt, wobei es die Scheidung von Reichsgut und Hausgut als selbstverständlich gegeben voraussetzt (vgl. Reg. 101), kaum ohne vorherige staufische Aktivitäten ergangen sein. Solche werden dann Ende Dezember 1125 anläßlich der Ächtung Herzog Friedrichs erwähnt, vgl. Reg. 106. Berthold von Zwiefalten und Adalbert von Stade bieten keinen chronologischen Anhaltspunkt für das Jahr 1125. Abgesehen von dem vor dem Sommer 1127 besetzten Nürnberg, wird anderweitig kein von den Staufern usurpiertes Reichsgut mit Namen genannt. Vgl. WADLE, Reichsgut S. 51f., 67.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 98, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1125-00-00_1_0_4_1_1_98_98
(Abgerufen am 28.07.2017).