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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar nimmt den flüchtigen Ministerialen Friedrich von Stade, der ihm weitgehende Versprechungen macht, bei sich auf, läßt die Burg Bremervörde an der Oste errichten und wirkt mit allen Kräften des Herzogtums Sachsen für ihn gegen die Markgrafen Heinrich und Rudolf von Stade.

Überlieferung/Literatur

Ann. Stadenses zu 1112, MGH SS 16 S. 321: Cum igitur Heinricus marchio vacuum nomen principatus gestaret et Fridericus tam domini sui rebus quam eis, quas variis modis conquisierat, afflueret, ex deliberato comes Rodolfus et nepos suus Heinricus marchio iuvenis cum multa militia Stadium properant. Sed Fridericus audito introitu eorum ex altera parte oppidi fugit et vix tam nocte quam nemore exceptus insequentium manus declinavit. Elapsus itaque ducem Luderum adiit et ipsi et que potuit et que non potuit dedit. Principibus ergo Stadensibus, quecunque in Friderici possessione fuerant, sibi vendicantibus Luderus castrum Vorde edificavit et totius ducatus Saxonie vires ad Fridericum restituendum informat. Tandem mortuo Rodolfo Fridericus restitutus est priori possessioni. Ann. Bremenses zu 1111, MGH SS 17 S. 856: Luderus dux Saxonie Vorde super Hostem edificat. Johannis Rode archiepiscopi Registrum Bonorum et Jurium Ecclesiae Bremensis, hg. R. Cappelle, 1926 S. 76: De castro Vörde et oppido ... Item ex auctentica scriptura reperitur, quod castrum Vörde anno domini MCIX tempore Friderici archiepiscopi Bremensis aedificiis munitur. Reg.: Vogt, Herzogtum S. 165f. Nr. 76.

Kommentar

Die Ann. Bremenses, welche den Bau von Bremervörde zu 1111 melden, beruhen weitgehend auf Albert von Stade. Ob das um 1500 redigierte Registrum des Johannes Rode für Bremervörde eine selbständige Überlieferung bewahrt, ist offen. Mit HUCKE, State S. 95 Anm. 670, könnte das Jahr 1109 zwar aus MCXI verschrieben worden sein. Jedoch läßt sich auf beide Quellen eine Datierung des Baues von Bremervörde gegen HUCKE, a.a.O., nicht sicher stützen. Jedenfalls ist Terminus ante für das Bündnis Lothars mit dem Stader Ministerialen Friedrich mit VOGT, a.a.O., der Tod Graf Rudolfs von Stade am 7. Dezember 1124, vgl. HUCKE, a.a.O. S. 36. Der Terminus ad quem läßt sich mit HUCKE, a.a.O. S. 104f., und VOGT, a.a.O., vermutungsweise einige Zeit vor Rudolfs Todestag setzen. Da nach Reg. 71 Ende 1122 Lothar und die Stader Grafen verfeindet waren, ist Lothars Allianz mit Friedrich am ehesten ins Jahr 1123 zu datieren. Über einen ersten Konflikt Lothars mit Rudolf im Jahre 1111 vgl. Reg. 16. Albert von Stade erzählt den länger andauernden Streit zwischen Friedrich und den Stadern zum Jahr 1112, vgl. Reg. 17. - Da Helmold (Cron. Slav. I, 80, MGH SSrerGerm 32 S. 150) unter den castra episcopi eine Burg in Bremervörde (Vorden) erwähnt, hat Lothar die Burg möglicherweise auf Bremer Grund und Boden errichtet, vgl. K. REINECKE, Studien zur Vogtei- und Territorialentwicklung im Erzbistum Bremen (937-1184) (Einzelschriften des Stader Geschichts- und Heimatvereins 23) 1971 S. 93f. Vgl. über die Burg W. WÖHLKE, Bremervörde und sein Einzugsgebiet, 1952 S. 14, 172, E. BACHMANN, Bremervörde, in: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern 30. Das Elb-Weser-Dreieck II. Mit Beiträgen von A. AUST, A. BACHMANN, E. BACHMANN (u.a.), 1976 S. 114. Über Friedrich vgl. Reg. 5, 17, 174.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 81, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1123-12-07_1_0_4_1_1_81_81
(Abgerufen am 23.01.2017).