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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar belagert die zu seinem Schaden am 26. Dezember von Halberstädter Gefolgsleuten wiederaufgebaute Burg und wird nach einiger Weile von Bischof Reinhard von Halberstadt, Markgraf Heinrich von Stade, Markgraf Heinrich von Eilenburg, Graf Ludwig von Thüringen und Graf Rudolf von Stade bedroht. Als er sich furchtlos gegen diese wendet, wird die Burg auf Rat des Lothar zu Hilfe eilenden Erzbischofs Adalbert von Mainz dem Herzog ausgeliefert und von diesem verbrannt. Der Herzog zieht als Sieger heim.

Überlieferung/Literatur

Ann. Patherb. zu 1123, hg. Scheffer-Boichorst S. 142: Proxima feria post natalem domini quidam ex parte episcopi Halverstadensis Heimenburg reaedificant ad iniuriam ducis Liutgeri, qui castrum non longe positum Blankenburg tunc insedit; cum subito praedictus dux rapta acie praedictum castrum obsidione vallat. Nec mora episcopus Halverstadensis, marchio Heinricus de Stadhe, marchio Heinricus de Ilburg, quem suppositum nec vere filium marchionis Heinrici de Ilburg aiebant, comes Lothowicus de Thuringia, comes Ruodolfus ad congrediendum duci Liutgeri unanimes conveniunt. Quibus dux obviam nichil veritus procedit. Tandem consulente archiepiscopo Magontino, qui duci in auxilium venerat, in potestatem ducis castrum redigitur et comburitur. Dux victor remeat. Ann. Saxo zu 1123, MGH SS 6 S. 759. Reg.: Vogt, Herzogtum S. 162 Nr. 62.

Kommentar

Eine erste Burganlage der Heimburg wurde im Auftrage Heinrichs IV. errichtet. 1115 fiel die Burg an die sächsischen Fürsten, vgl. Reg. 39. Vgl. über die Burg P. GRIMM, Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg (Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte 6) 1958 S. 414 Nr. 1203, H. KLEINAU, Geschichtliches Ortsverzeichnis des Landes Braunschweig, 1967-1968 S. 265f. Nr. 904, H. WÄSCHER, Feudalburgen in den Bezirken Halle und Magdeburg, 1962 S. 106f., F. STOLBERG, Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit, 1968 S. 160-162 Nr. 189. - Sie sollte nach dem Willen Bischof Reinhards († 2. März 1123) offenbar gegen die herzogliche Blankenburg ein bischöflich Halberstädter Gegengewicht bilden, vgl. VOGT, a.a.O. S. 26, BOGUMIL, Das Bistum Halberstadt, 1972 S. 55f., RUTH HILDEBRAND, Herzog Lothar von Sachsen, 1986 S. 83f. Über Lothars Rechte im Harzgau um Halberstadt vgl. VOGT, a.a.O. S. 33-37, 64f. - Heinrich von Eilenburg war, obwohl Halbbruder Richenzas (vgl. Reg. 78), Glied der antilotharischen Fürstenkoaliton. Anläßlich dieser Auseinandersetzung standen Lothar und Adalbert vor 1125 zum letzten Mal auf derselben Seite, vgl. PETKE, Lothar S. 278.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 71, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1122-03-26_1_0_4_1_1_71_71
(Abgerufen am 24.01.2017).