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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar dringt mit großer Heeresmacht in das Land des Sventopolk ein, durchzieht es plündernd bis zur Küste, unterwirft verschiedene Burgen, darunter als vornehmste und reichste die Burg Kessin, und kehrt mit Geiseln und einer beträchtlichen Geldsumme siegreich heim.

Überlieferung/Literatur

Ann. Patherb. zu 1121, hg. Scheffer-Boichorst S. 139f.: Post haec (vgl. Reg.66) collecto exercitu valido Sclaviam invadit terramque cuiusdam Zuentubaldi usque ad mare praedabundus perambulat urbibusque in deditionem acceptis, quarum una Kirzun dicebatur, famosior et opulentior caeteris, obsidibusque acceptis cum pecunia non parva victor regreditur. Ann. Saxo zu 1121, MGH SS 6 S. 756. Reg.: Vogt, Herzogtum S. 162 Nr. 60.

Kommentar

Über den lutizischen Kernstamm der Kessiner und deren Hauptburg Kessin vgl. W. BRÜSKE, Untersuchungen zur Geschichte des Lutizenbundes, 1955 S. 92f., 133ff. - Die Vermutung von G. WAITZ, Ann. Saxo, MGH SS 6 S. 756 Anm. 91, und STOOB, Gedanken zur Ostseepolitik S. 537, Sventopolk sei mit dem gleichnamigen Sohn des Abodritenherrschers Heinrich von Alt-Lübeck identisch (vgl. Reg. 196), ist wenig wahrscheinlich, da sich jener nach dem Tode Heinrichs gerade die Burg Kessin unterwarf, vgl. Helmold, Cron. Slav. I, 48, MGH SSrerGerm 32 S. 94f. - BRÜSKE, a.a.O. S. 64, und W.H. FRITZE, Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat, in: H. LUDAT (Hg.), Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder, 1960 S. 173, erblicken in der Ausbildung eines Stammesfürstentums bei den Kessinern Wirkungen der nakonidischen Herrschaft über diesen Lutizenstamm. Überdies vermutet BRÜSKE, S. 92f., daß Lothar die Kessiner dem Fürsten Heinrich von Alt-Lübeck unterstellte, dem sie nach Helmold I, 36, S. 72, wie die Wagrier, Polaben, Abodriten, Circipanen, Lutizen und Ranen tributpflichtig waren. FRITZE, a.a.O. S. 171 Anm. 241, datiert die Unterstellung der Kessiner und Circipanen unter Heinrichs Herrschaft dagegen bereits ins Jahr 1114; vgl. Reg. 26.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 68, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1121-02-23_2_0_4_1_1_68_68
(Abgerufen am 25.07.2017).