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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar wird als Intervenient im Diplom Heinrichs V. über die Schenkung von Kronach an das Bistum Bamberg genannt.

Überlieferung/Literatur

Druck: Monumenta Boica 31, 1 S. 387 Nr. 204. Reg.: Stumpf 3172: ... ad altare sancti Petri apostoli in Babenbergensi ęcclesia per interventum Mathildis dilectę coniugis nostrę aliorumque principum nostrorum tradidimus, Ottonis videlicet eiusdem ęcclesię episcopi, Adelberti Mogontini archiepiscopi, Friderici Coloniensis, Chǒnradi Salzburgensis, Rutkeri Magdeburgensis, Heinrici ducis Bawariorum, Livtharii ducis Saxonum, Ottonis palatini comitis, Beringarii comitis.

Kommentar

Das Diplom liegt in zwei originalen Fassungen vor: Fassung A1 (MONUMENTA 29, 1, 1831 S. 242 Nr. 446) und Fassung A2, aus der obiger Auszug mit der Nennung Lothars wiedergegeben ist. Beide sind von unterschiedlichen, kanzleifremden Händen mundiert. Fassung A1 nennt als Empfänger der Schenkung altare S. Georii (!). Die Intervention lautet per interventum Mathildis dilectę coniugis nostrę aliorumque principum nostrorum tradidimus, Ottonis videlicet eiusdem ęcclesię ępiscopi, Hartberti Brandeburgenisis ępiscopi, Beringeri comitis, Ottonis palatini comitis. Die Datierung von A1 wurde mit anderer Tinte nachgetragen (Anno dominice incarnationis MCXXII, indictione XV, anno vero domni Heinrici imperatoris XI; actum Wirceburch). Das Signum speciale steht auf der Rückseite, wohl weil der Platz hinter Signum- und Rekognitionszeile für das eingedrückte Siegel gebraucht wurde. Wahrscheinlich wurde A1 Anfang März 1122 in Würzburg ausgehändigt, vgl. STÜLLEIN, Itinerar Heinrichs V. S. 92 mit Anm. 3. Die besiegelte Fassung A2 hat die gegenüber A1 erweiterte Intervenientenliste, in der jedoch Bischof Hartbert von Brandenburg vielleicht vergessen wurde, hingegen keine Datierung und kein Signum speciale. Wahrscheinlich ließ Bischof Otto von Bamberg, nachdem er bemerkt hatte, daß mit der Schenkung an den Georgsaltar nicht der Bischof, sondern die Domherren begünstigt worden waren - vgl. zu den Altären und ihrer Zuordnung zum Bistum beziehungsweise zu den Domherren D. v. WINTERFELD, Der Dom in Bamberg 1. Die Baugeschichte bis zur Vollendung im 13. Jahrhundert, 1979 S. 22f., und Reg. 228 -, die Fassung A2 herstellen und erlangte deren Besiegelung. - Die Zuweisung der Ausfertigungen an den Bamberger Schreiber Ba. I durch H.-U. ZIEGLER, Das Urkundenwesen der Bischöfe von Bamberg von 1007 bis 1139. Zweiter Teil, in: AfD 28 (1982) S. 62, ist unzutreffend. - Da A1 von anderer Hand stammt als A2, könnte ein längerer Zeitraum bis zur Ausfertigung der letzteren verstrichen sein. Ob überhaupt und wann Lothar interveniert hat, ist zweifelhaft, zumal das Verfahren, in dem A2 offenbar entstanden ist, als nicht ganz korrekt erscheint, vgl. auch MEYER VON KNONAU, Jahrbücher 7 S. 191 Anm. 1. Eine andere Nennung des Herzogs an Heinrichs V. Hof nach dem Jahre 1120 gibt es nicht. Auch Erzbischof Konrad von Salzburg wird seit der Rückkehr aus dem Exil um die Mitte des Jahres 1121 (vgl. K. ZEILLINGER, Erzbischof Konrad I. von Salzburg, 1106-1147, 1968 S. 25) sonst bis 1125 in Heinrichs V. Urkunden nicht genannt.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 69, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1121-00-00_1_0_4_1_1_69_69
(Abgerufen am 19.09.2017).