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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Unsicher, ob Kaiser Heinrich Krieg oder Frieden will, und vorsichtig, damit dieser ihm nicht unversehens auflauere, begibt sich Lothar mit seinem Heer auf den Weg nach Erfurt. Unterwegs begegnen ihm Bischof Hartwig von Regensburg und Dietrich von Are. Beide unterrichten den Herzog und die übrigen Fürsten, daß der Kaiser alles, was die Gerechtsame des Reiches anbelange, nach ihrem Rat behandeln wolle.

Überlieferung/Literatur

Ann. Patherb. zu 1115, hg. Scheffer-Boichorst S. 130: Post haec (sc. Reg. 42) incertus, si imperator bellum an pacem vellet, simul etiam cavere cupiens, ne imperator ex improviso immineret, collectis copiis versus Erpesvuort tendit; cum interim episcopus Ratisponensis Hartwigus, vir sapiens et modestus, et Theodericus de Ara, vir militaris, rei publicae utilis et in hoc negotio per omnia laudabilis, obvii veniunt; qui ducem caeterosque principes certificant, imperatorem omnia, quae ad honorem regni convenirent, tractare velle principum consilio. Ann. Saxo zu 1115, MGH SS 6 S. 751. Reg.: Vogt, Herzogtum S. 158 Nr. 40.

Kommentar

Die Annahme von GIESE, Sachsen und das Reich, 1979 S. 191f. mit Anm. 902, daß Lothar eine Fürstenversammlung nach Erfurt einberufen habe, um über das weitere Verhalten gegenüber dem Kaiser zu beraten, ist nicht zwingend beweisbar, aber möglich. Über Hartwig von Regensburg, einen beständigen Parteigänger Heinrichs V., vgl. K. HAUSBERGER, Geschichte des Bistums Regensburg 1, 1989 S. 76-78. Schwierigkeiten bestehen darin, die vorliegende Nennung von Dietrich von Are mit der Tatsache zu vereinbaren, daß dieser 1114 zu den rheinischen Empörern gezählt hatte, vgl. MEYER VON KNONAU, Jahrbücher 6 S. 330 Anm. 17. - E. WISPLINGHOFF, Friedrich I., Erzbischof von Köln (1100-1131). Diss. phil. Bonn 1951 (Masch.) S. 33, und U. BADER, Geschichte der Grafen von Are bis zur Hochstadenschen Schenkung (1246) (Rheinisches Archiv 107) 1979 S. 59-62, erblicken in Dietrich einen Unterhändler Erzbischof Friedrichs von Köln, welcher derzeit um Ausgleich bemüht gewesen sei. Jedoch fehlt für diese Annahme eine Quelle. - Nach Corvey (vgl. Reg. 41) ist die Entsendung Bischof Hartwigs die zweite Friedensbemühung des Saliers. Wahrscheinlich wurde die erste Initiative durch die Aktivitäten Hermanns von Winzenburg gestört. Die von Heinrich V. offenbar erhoffte Einigung mit den sächsischen Fürsten kam nicht zustande. Vgl. MEYER VON KNONAU, a.a.O. S. 330, VOGT, a.a.O. S. 19f., GIESE, a.a.O. S. 192, GIESE, Reichsstrukturprobleme unter den Saliern - der Adel in Ostsachsen, in: ST. WEINFURTER (Hg.), Die Salier und das Reich 1, 1991 S. 306.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 43, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1115-02-11_6_0_4_1_1_43_43
(Abgerufen am 24.10.2017).