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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Nachdem Heinrich V. die Eigengüter des kinderlos gestorbenen Grafen Ulrich von Weimar eingezogen hat, erhebt der lothringische Pfalzgraf Siegfried Ansprüche und findet damit bei Lothar, bei Markgraf Rudolf, Pfalzgraf Friedrich von Sommerschenburg, Wiprecht von Groitzsch und Ludwig von Thüringen Gehör; diese Fürsten beginnen, vom Kaiser abzufallen, während Bischof Reinhard von Halberstadt und Lothars Schwiegermutter, die in Sachsen übermächtige Witwe Gertrud, sich über Beeinträchtigungen ihrer Besitzungen durch den Herrscher beklagen.

Überlieferung/Literatur

Ekkehard, Chron. zu 1112, MGH SS 6 S. 246f. = Ekkehard Rez. III zu 1112, hg. Schmale S. 308: Moritur his temporibus quidam de Saxonię principibus nomine Oudalricus ... Cuius possessiones predictus Sigifridus hereditaria sibi vendicabat successione, sed domnus imperator easdem in ius regni conabatur attrahere. Quę causa recidivę discordię fomitem cępit ministrare. Nam idem comes priores miserias suas sequentibus exaggerans totam pene Saxoniam, suam videlicet patriam, tantis implevit quęrimoniis, ut tam ducem Lotharium, quam Růdolfum marchionem, Fridericum palatinum comitem, Wigbertum atque Ludewicum nonnullosque alios ab obsequio traheret imperatoris. Sed et episcopus Halberstatensis, necnon Gerthrudis, illa prepotens per Saxoniam vidua, violentiam se nichilominus pati ab imperatoris preiudiciis invasione prediorum suorum clamitabant. Ann. Saxo zu 1112, MGH SS 6 S. 750. Ann. S. Pauli Vird. zu 1113, MGH SS 16 S. 501: bellum inter regem Henricum V et Saxonum principes. Reg.: Vogt, Herzogtum S. 152 Nr. 18.

Kommentar

Vgl. MEYER VON KNONAU, Jahrbücher 6 S. 256-258. Terminus post quem ist Ulrichs Todestag am 13. Mai, Lüneburger Nekrolog, hg. A.CH. WEDEKIND, Noten zu einigen Geschichtschreibern des deutschen Mittelalters 3, 1833 S. 36; MGH Libri mem. N.S. 2 S. 36. - Heinrich V. hat sich die Eigengüter - von Lehen ist in den Quellen den vielfach anders lautenden Angaben der Literatur zum Trotz keine Rede - Graf Ulrichs von Weimar nach Fürstenurteil zusprechen lassen, STIMMING, Mainzer UB 1 S. 366 Nr. 459, STUMPF 3112 (1114 April 14): Nos quoque, ad quos allodia supradicti C791lrici communi iudicio principum nostrorum devenerunt... Diesem der Literatur weitgehend unbekannten Urteil zufolge wäre die Verfolgung des Anspruches auf das Weimarer Allod, den der lothringische Pfalzgraf Siegfried (von Orlamünde) als Sohn des Askaniers Adalbert und der Adelheid von Weimar, einer Tochter des Markgrafen Otto von Meißen († 1067), erhob, unberechtigt gewesen, vgl. A. TILLE, Die Anfänge der Stadt Weimar und die Grafen von Weimar und Orlamünde, 1939 S. 52-54. Über die Entwicklung der königlichen Ansprüche auf die hereditas und die proprietas von sächsischen Freien im 10. und 11. Jahrhundert vgl. K. LEYSER, The Crisis of Medieval Germany, in: ProcBritAcad 69 (1983) S. 409-443, besonders S. 424ff. - Durch seine Ehe mit Gertrud, der Schwester Richenzas - vgl. K.-H. LANGE, Die Grafen von Northeim (950-1144). Diss. phil. Kiel 1958 (Masch.) S. 120-124, PETKE, Lothar S. 381 mit Anm. 16 - war Siegfried Lothars Schwager. - Über die von den Quellen als unmittelbar beteiligt genannten Fürsten vgl. HUCKE, Stade S. 35f., 98, H.-D. STARKE, Die Pfalzgrafen von Sommerschenburg, in: JbGMittelOstdtld 4 (1955) S. 6ff., 14f., TH. FLATHE, Wiprecht von Groitzsch, in: ArchSächsG 3 (1865) S. 115ff., H. PATZE, Landesherrschaft Thüringen, 1962 S. 188-190, BOGUMIL, Das Bistum Halberstadt, 1972 S. 33ff., 37f. Über die Beteiligung Erzbischof Adalberts von Mainz am antikaiserlichen Bündnis vgl. PETKE, a.a.O. S. 274. - Zur aus den Ansprüchen Siegfrieds und womöglich anderer, mit den Weimarer Grafen verwandter Großer erwachsenden sächsischen Opposition gegen Heinrich V. vgl. FENSKE, Adelsopposition, 1977 S. 340-346, GIESE, Sachsen und das Reich, 1979 S. 188f., F. JUNGMANN-STADLER, Hedwig von Windberg, in: ZBayerLdG 46 (1983) S. 271 (mit unzutreffender Interpretation von STUMPF 3112), S. 274f., RUTH HILDEBRAND, Herzog Lothar von Sachsen, 1986 S. 41-45, W. GIESE, Reichsstrukturprobleme unter den Saliern - der Adel in Ostsachsen, in: ST. WEINFURTER (Hg.), Die Salier und das Reich 1, 1991 S. 304f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 20, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1112-05-13_1_0_4_1_1_20_20
(Abgerufen am 22.01.2017).