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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Stephan (IX.) schickt den Elekten Desiderius von Montecassino, Kardinal Stephan (von S. Grisogono) und Mainard als Legaten an den byzantinischen Kaiser (Isaak I. Komnenos) nach Konstantinopel.

Überlieferung/Literatur

Erw: Amatus von Monte Cassino, Hist. Normannorum III 52 (De Bartholomaeis, FSI 76/1935, 170); Leo Marsicanus, Chr. Casinensis II 96 und III 9 (MG SS XXXIV 354 und 370). Reg.: J *3322; IP VIII 140 n. *82; JL *4382. Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 273f.; Tosti, Storia di Montecassino I 214; Hirsch, Desiderius 17f.; Robert, Étienne X 67; Wattendorff, Stephan IX. 48f.; Meyer von Knonau, Heinrich IV. I 75ff., 89f.; Robert, Pape belge: Étienne X 38f.; Bréhier, Schisme oriental 272f.; Chalandon, Domination Normande en Italie I 165f.; Riese, Besetzung der Reichsabteien 67f.; Palmarocchi, Montecassino e la conquista normanna 91; Klewitz, Montecassino in Rom 39 (ND 466); Brezzi, Roma e l'impero 229; Wühr, Wiedergeburt Montecassinos 437; Michel, Schisma und Kaiserhof 437; Mayne, East and West 148; Holtzmann, Orientpolitik 169.; Haller, Papsttum II 311; Nicol, Byzantium and the Papacy 12; Hoffmann, Abtslisten 320; Hägermann, Vorgeschichte Nikolaus' II. 359; Grégoire, Mont-Cassin dans la réforme 38; Gatto, Studi mainardeschi 61; D'Alessandro, Letteratura di Amato 85 (ND Ders., Storiographia 57); Deér, Papsttum und Normannen 97; Hüls, Kardinäle 169; Petrucci, Ecclesiologia e politica 84, 86f.; D'Alessandro, Storiographia 37; Cowdrey, Age of Abbot Desiderius 64; Bloch, Monte Cassino I 38; Houben, Normanni e Montecassino 354; Tabacco, Montecassino e l'impero 48; Kaplan, Place du schisme de 1054 33; Wolf, Making History 18f.; Taviani-Carozzi, Terreur du monde 227f.; Bayer, Spaltung der Christenheit 112, 120f.; Avvakumov, Entstehung des Unionsgedankens 224; Gemeinhardt, Filioque-Kontroverse 400; Hägermann, Papsttum am Vorabend des Investiturstreits 34f.

Kommentar

Während Amatus und die erste Stelle der Chronik von Montecassino nur von der Absendung des Desiderius berichten, geht letztere an der zweiten Stelle ausführlicher auf die Gesandtschaft des Desiderius ad Constantinopolitanum imp. ein, bei welcher der Papst ihm Stephanum ... card. et Mainardum postmodum Silve Candide episcopum als Begleiter mitgegeben habe. Das Datum ergibt sich aus der Darstellung der Chronik, der zufolge die Verabschiedung der Legaten die letzte Handlung des Papstes bei seinem Cassinenser Aufenthalt vor der Rückkehr nach Rom darstellt. Aufträge für die Gesandten sind über n. 1373 hinaus nicht überliefert, doch ist anzunehmen, dass der Papst nach seiner schweren Krankheit (n. 1365) den auch von ihm zu verantwortenden Bruch mit dem Patriarchen von Konstantinopel (n. 1133) überwinden und oströmische Hilfe für erneute Maßnahmen gegen die Normannen vereinbaren wollte. Der Zeitpunkt für neue Anknüpfungen mit Byzanz musste nach dem Tod Kaiser Konstantins Monomachos 1055 und der Absetzung des Michael Kerullarios 1058 günstig erscheinen, während sich zugleich erneute Angriffe gegen die Normannen nach dem Tod Graf Hunfrieds von Apulien 1057 anboten. Da die Gesandten unterwegs vom Tod Stephans IX. (n. 1396) erfuhren, kehrten sie unverrichteter Dinge zurück.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1372, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1058-02-10_1_0_3_5_2_1044_1372
(Abgerufen am 28.07.2017).