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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Stephan (IX.) befiehlt mehrfach durch Gesandte den kranken Abt Johannes (Gualberti von Vallombrosa) (D. Fiesole) zu sich und gestattet ihm, nachdem er dessen Gehorsam und Heiligkeit erkannt hat, von einem Besuch bei sich abzusehen und in seinem Kloster zu bleiben.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Atto von Pistoja, Vita s. Iohannis Gualberti Abbatis Vallisumbrosae 42 (Migne, PL 146, 671-706) 685f. Reg.: – . Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 284f.; Will, Restauration II 140; Robert, Étienne X 72; Wattendorff, Stephan IX. 53f.; Meyer von Knonau, Heinrich IV. I 81; Robert, Pape belge: Étienne X 50f.; Mann, Popes VI 223; Boesch-Gajano, Tradizione vallombrosane 171f.; Goez, Reformpapsttum in der Toscana 232; Vasaturo, Note storiche 26; Beni, Santi della Chiesa Fiesolana 84f.; Vasaturo, Vallombrosa 12f.; D'Acunto, Tensioni fra monachesimo vallombrosano e papto 59ff.; Degl'Innocenti, L'agiografia su Giovanni Gualberto 142, 154; Grégoire, Canonizzazione 118; Benvenuti, S. Giovanni Gualberto 99; D'Acunto, Età dell'obbedienza 33f., 137f.; Hägermann, Papsttum am Vorabend des Investiturstreits 51.

Kommentar

In Attos Vita des hl. Abtes wird erzählt, dass, als dieser sich im Kloster (Vallombrosa) aufgehalten habe, papa Stephanus per viciniora loca transierit, suos legatos ed eum misit et ad se venire rogavit. Stephan IX. reiste wohl nach dem 8. März von Rom (vgl. n. 1392) nach Florenz, wo er nach einigen Tagen Krankheit bereits am 29. März starb (n. 1396). Die Erzählung dürfte auf die Anwesenheit des Papstes in Florenz bzw. auf die Reise dorthin zu beziehen sein. Unterwegs schickte der Papst eine Gesandtschaft, die mit der Antwort des Abtes gravatus aegritudine nec posset ad eum venire nec vellet zurückkehrte. Mit dieser Antwort unzufrieden trug der Papst den Legaten nochmals auf: eique dicite, si aliter non valet, in lecto duci se faciat. Daher ließ Johannes Gualberti sich, begleitet von den päpstlichen Legaten, im Bett liegend zu Stephan IX. tragen: ad legatos papae exiens, lecto se proiiciens ... se ad papam portari praecepit. Schon nach einer kurzen Wegstrecke war das Wetter allerdings so schlecht geworden, dass die Legaten den Abt zurückkehren ließen und dem Papst Bericht erstatteten. Dieser habe daraufhin (ipsum ... diceret s. Nolo eum ad me ultra venire) auf den Besuch verzichtet. Zu der übereinstimmenden, aber auf Leo IX. bezogenen Darstellung des Andreas von Strumi vgl. n. 792. Deutlich ergibt sich aus der Darstellung die Spannung zwischen Papst und Abt, die lt. Boesch-Gajano ihre Ursache vermutlich in unterschiedlichen Auffassungen vom Mönchtum haben; gerade die Differenzen dienen jedoch zur Hervorhebung der Heiligkeit Johannes Gualbertis.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1393, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1058-00-00_4_0_3_5_2_1065_1393
(Abgerufen am 23.01.2017).