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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Stephan (IX.) nimmt nach seiner Expedition gegen Graf Trsasmund von Chieti (n. 1367) die Resignation Bischof Berards (von Penne) an, wählt zu dessen Nachfolger Johannes Falertanus und ordnet die lehensweise Überlassung eines Teils des Bistumsbesitzes an den resignierten Bischof für dessen Treueeid gegenüber dem neuen Bischof an.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Libellus querulus eccl. Pennensis (MG SS XXX 1464). Reg.: . Lit.: Partner, Lands of St Peter 116; Bloch, Monte Cassino I 119f.; Feller, Abruzzes médiévales 601; Carocci, Feudo 1007f.; Pio, Alexandri monachi Chronicorum liber XLIV.

Kommentar

Die Quelle berichtet, dass episcopus ... Berardus, qui omicidia commissa habebat, beim Nahen des Papstes (n. 1367) diesen aufgesucht habe, in pedibus d. papae prostratus, virgam et annulum proiecit et indulgentiam postulavit. Ein Ort für die Handlung lässt sich nicht bestimmen, doch ist die Unterwerfung des Bischofs am ehesten nach jener Graf Trasmunds (n. 1367) anzunehmen, v. a. auch da ein der Marsch des päpstlichen Heeres am ehesten von Chieti nach Penne gerichtet war. Die auf die Resignation folgende Wahl führte der Papst lt. Chronik mit Kardinälen, dem (designierten) Abt von Montecassino und dem Propst von S. Liberatore (am Monte Maiella) sowie verschiedenen anderen Klerikern durch, und sie fiel auf einen Mönch von S. Liberatore. Da dieser erat simplex (wie auch aus seinem späteren Amtsverzicht erhellt, vgl. Petrus Damiani, Brief 72 [Reindel, Briefe des Petrus Damiani, MG Briefe IV/2 326-366, 353]), ordnete der Papst an, dass Berard zwar sein Priesteramt verlieren solle (remotus es de ministerio altaris), jedoch die erbetene Verzeihung erhalten und einen Teil der bischöflichen Güter behalten solle, allerdings mit der Auflage, entfremdetes Kirchengut zu rekuperieren. Carocci sieht in dem Bericht die früheste Nachricht von einem expliziten Lehensverhältnis in den Abruzzen. Obwohl der Bericht von der Heerfahrt des Papstes sich nicht in jeder Hinsicht einordnen lässt, ist ein echter Kern der Erzählung nicht auszuschließen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1368, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1058-00-00_2_0_3_5_2_1040_1368
(Abgerufen am 23.05.2017).