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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Stephan IX. sendet dem Dom in Lüttich zusammen mit einer Heilig-Kreuz-Reliquie solche von den Aposteln Jacobus und Bartholomäus, sowie dem Bischof Dietwin von Lüttich ein Superhumerale.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Chr. ep. Leodiensium (Bacha 117); Aegidius von Orval, Gesta ep. Leodiensium 8 (MG SS XXV 86); Jean des Preis (dit Outremeuse), Myreur II (Brognet IV 254); Gesta abbatum s. Jacobi Leodiensis 1056 (Berlière 40); Chr. belgicum (Pistorius/Struve, SS rer. Germ. III 119, 120f.). Reg.: – . Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 271; Wattendorff, Stephan IX. 7; Dupréel, Godefroid le Barbu 136ff.; Braun, Liturgische Gewandung 684; Michel, Humbert und Kerullarios I 99; Marchandisse, Obituarie de Liège 104; Peters, Stephan IX. 165ff., 170ff.; Hirschmann, Stadtplanung 107.

Kommentar

Die Gesta von St. Jakob berichten zu 1056 zum einen, Stephan IX. habe Theodevino episcopo Leodiensi superhumerale geschickt, zum andern auch Reliquien de ligno Domini et duo brachia ss. apostolorum Jacobi Alphei et Bartholomaei. Die Quelle fährt fort, der Papst habe alles zusammen seinem Bruder, Herzog Gottfried dem Bärtigen, nach Bouillon geschickt, der es an den Bischof weitergeleitet habe. Da aber Friedrich von Lothringen erst im August 1057 zum Papst gewählt wurde (vgl. n. 1311), ist diese Datierung von vornherein auszuschließen; evtl. handelt es sich dabei um einen einfachen chronologischen Fehler, da alle niederdeutschen Chroniken den Pontifikat Stephans IX. 1056 beginnen lassen. Einen weiteren Hinweis zur chronologischen Einordnung neben den Pontifikatsdaten bietet der Hinweis, dass Gottfried der Bärtige sich in Bouillon aufgehalten hat. Im Frühjahr 1058 war er auf seinen italischen Besitzungen in der Toskana, so dass die Nachricht am ehesten in den Herbst 1057 passt. Vermutlich bereits kurz nach seiner Wahl hat der neue Papst die Auszeichnung für seine Heimatkirche, an der er selbst zuvor Kanoniker (und evtl. und Archidiakon, vgl. n. 878) war, und deren Bischof abgeschickt. Aegidius von Orval sagt nichts konkretes von den übersandten Reliquien (tempore Stephani papae ... vivificum Leodiensi urbi collatum est beneficium per eundem papam, p. 86), ausführlicher berichtet er nur über das Superhumerale, das nach seiner Formulierung aber keine persönliche Auszeichnung für den Bischof darstellt, sondern zugleich suisque successoribus verliehen ist. Dagegen spricht das Chr. belgicum an zwei Stellen vom Superhumerale (119, 121) und erwähnt auch die magnam ... portionem veri ligni s. crucis. Jean des Preis schließlich überliefert allein die Reliquienübergabe, bei ihm noch erweitert um solche de saint Sebastien, de saint Patris.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1348, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1057-09-00_4_0_3_5_2_1020_1348
(Abgerufen am 21.01.2017).