Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

Sie sehen den Datensatz 1008 von insgesamt 1068.

Papst Stephan (IX.) verhängt das Anathem über alle, welche die Messe nach griechischem Ritus feiern, Bart und Haupthaar nicht schneiden und die Eucharistie mit fermentiertem Brot zelebrieren.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Johannes von Bayon, Hist. Mediani monasterii II 55 (Belhomme 250). Reg.: . Lit.: – .

Kommentar

Nur die späte Quelle (14. Jh.) berichtet von Maßnahmen Stephans IX. gegen die griechische Kirche: Iste Leonis IX ac s. Petri constitutum secutus, cunctos qui Graecorum missam, barbam et comam nutrirent ac de fermentato sacrificantium susciperent, anathematis nexui dedit. Trägt die Tatsache der späten und singulären Überlieferung nicht gerade zur Glaubwürdigkeit der Nachricht bei, so ist doch zu beachten, dass eine entsprechende Politik von Leo IX. eingeleitet wurde; Stephan IX. hat als dessen Kanzler Friedrich und Gesandter in Konstantinopel diese Maßnahmen entscheidend mit beeinflusst, so dass analoge Entscheidungen seinerseits sicher zu unterstellen sind; er wurde im Zusammenhang mit der Gesandtschaft nach Konstantinopel 1054 (n. 1133) auch als Autor tätig (Michel, Accusatio 155ff. und passim). Möglicherweise beruht die Aussage der Quelle aber auch nur auf den Ereignissen in Konstantinopel und den im Umkreis um Leo IX., Humbert von Silva Candida und Stephan IX. damals entstandenen antigriechischen Schriften (nn. 1112, 1132), vgl. auch n. 1342.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1336, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1057-08-00_3_0_3_5_2_1008_1336
(Abgerufen am 21.09.2017).