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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Viktor II. hält sich während seiner Reise nach Florenz acht Tage in einer zwischen den Bischöfen von Siena und Arezzo umstrittenen Pfarrei auf und stellt dort in Anwesenheit des Bischofs Johannes von Siena durch Befragung von Klerikern und Laien, insbesondere der Grafen Raginer, Sohn der Willa, sowie der Brüder Raginer und Bernhard, Söhne des Grafen Ardingus, des Walfred, Sohn eines gleichnamigen Vaters und dessen Neffen (euntibus ... nos Florentiam, contigit transire per iamdictam parrochiam, ibique octo dies ... morati sumus ... inquirentes a nobilibus comitibus Raginerio videlicet filio Wille, et Raginerio et Bernardo fratribus et filiis Ardingi comitis, Walfredo etiam filio Walfredi nepotibusque suis), eine Untersuchung der diözesanen Zugehörigkeit des Ortes an; er entscheidet aufgrund der Auskunft, dass bereits Bischof Donatus von Arezzo, der Apostel der Toskana (Donatus s. Aretine eccl. martyr et episcopus et Tuscie apostolus), diese Pfarrei gegründet habe, welche seitdem im Besitz des Bistums Arezzo sei, die Zugehörigkeit zu dieser Diözese und erlegt dem Bischof Johannes von Siena und dessen Nachfolgern in dieser Angelegenheit ewiges Stillschweigen auf.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. †1309; Urkunde Honorius' II. (1125 Mai 5) (JL 7210; IP III 154 n. 40) (Pflugk-Harttung, Acta II 253). Reg.: IP III 150 n. *20 und IP III 201 n. *14; JL I p. 553. Lit.: Davidsohn, Florenz I 205f., 219; Davidsohn, Forschungen I 43f.; Schmidt, Alexander II. 56ff.; Cammarosano, Nobilità Senese 241; Maroni, Prime comunità cristiane 244f.; Gresser, Konzilien 33.

Kommentar

Der Streit um die namentlich nicht genannte Pfarrei (bei der es sich aber wohl um Dofana handelt) war zuvor schon mehrfach vor Päpste getragen worden (vgl. nn. 1034, 1035, 1216, 1217, 1289, 1290). Die Ereignisse sind in der genannten falschen Urkunde, mit welcher Viktor II. die Auseinandersetzungen beenden wollte, rekapituliert. Darin ist unter anderem von der Reise des Papstes nach Florenz (n. 1297) berichtet, in deren Verlauf Viktor II. den in der Sieneser Grafschaft gelegenen, aber kirchlich nach Arezzo gehörenden Ort aufsuchte. Die Reise des Papstes ist gut verbürgt und stellt den Auslöser für die Anfertigung der falschen Urkunde dar. Nach Befragung adliger Personen fällte er sein Urteil, dessen Verkündigung jedoch bis zur Synode von Arezzo aufgeschoben wurde.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †1298, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1057-05-00_4_0_3_5_2_970_1298
(Abgerufen am 24.01.2017).