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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Viktor II. befriedet Süditalien.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Amatus von Monte Cassino, Hist. Normannorum III 47 (De Bartholomaeis, FSI 76/1935, 163); Ann. Augustani 1057 (MG SS III 127). Reg.: IP VIII 10 n. *8; Russo, Regesto vaticano n. 127. Lit.: Hirsch, Amatus 289; Brucker, L'Alsace II 272; Meyer von Knonau, Heinrich IV. I 25; Hauck, Kirchengeschichte III 689; Heinemann, Geschichte der Normannen 155, 160; Dina, L'ultimo periodo 69; Gay, L'Italie II 508f.; Chalandon, Domination Normande en Italie I 161f.; Guggenberger, Deutsche Päpste 76; Bulst-Thiele, Agnes 62f.; Kölmel, Rom 114f.; Erdmann, Kreuzzugsgedanke 116; Tellenbach, Libertas 223; Runciman, Eastern Schism 56; Violante, Pataria 142; Haller, Papsttum II 309; Stiernon, Popes of Rome and the Christian East 14; Kloos, Päpste aus Bamberg und Eichstätt 87; Deér, Papsttum und Normannen 95; D'Alessandro, Storiographia 121; Whitton, Papal Policy 259; Fabiani, Terra di S. Benedetto 79; Cowdrey, Age of Abbot Desiderius 110f.; Taviani-Carozzi, Principauté lombarde de Salerne 950f.; Wolf, Making History 16, 101; Goez, Beatrix von Canossa 150f.; Bünemann, Robert Guiskard 26; Bayer, Spaltung der Christenheit 117ff.; Taviani-Carozzi, Léon IX et les Normands 307.

Kommentar

Die Aussage der Quellen, dass der Papst nach seiner Rückkehr aus Deutschland und der dortigen Aussöhnung mit den Reichsfeinden (n. 1271) auch Nortmannos ceterosque rebelles pacificat ist wohl so zu interpretieren, dass er einen modus vivendi zwischen Papsttum, Normannen und Langobarden herbeiführte, was nach dem gescheiterten Feldzug seines Vorgängers Leo IX. (n. 1078) einem Pazifizierungsversuch Süditaliens gleichkam. Amatus aber behauptet, der Papst habe einen amicable paiz avec li Normant gemacht. Möglicherweise hatte die Reise Viktors II. nach Deutschland (nn. 1249, 1250, 1253) dem Ziel gedient, Heinrich III. zu einem Zug gegen die Normannen zu veranlassen. Auch die Forcierung der Wahl Friedrichs von Lothringen zum Abt in Montecassino diente eher einem Kriegszug gegen die Normannen als einer friedlichen Konfliktbereinigung. Ebenfalls spricht n. 1169 eher gegen die Korrektheit der Aussage. Die unklaren Aussagen der Quellen (vgl. auch n. 1185), die dem Papst einerseits Normannenfeindschaft und Kriegsabsichten unterstellen, andererseits aber von friedlichen Beziehungen ausgehen, führten in der Forschung zu der Annahme, dass Viktor II. die Normannenpolitik seines Vorgängers nicht fortsetzen wollte (vgl. n. 1022), durch die normannische Gewaltherrschaft aber auf die politische Linie Leos IX. gezwungen wurde und ein antinormannisches Bündnis zwischen Papstum, Reich und Lothringen/Tuszien anstrebte. Da der Tod Heinrichs III. diese Bestrebungen aber beendete, war Viktor zu einem Ausgleich mit den Normannen gezwungen (Hirsch, Cowdrey, Wolf).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1286, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1057-04-00_1_0_3_5_2_958_1286
(Abgerufen am 30.03.2017).