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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Viktor (II.) exkommuniziert auf Bitte des (päpstlichen Kanzlers) Friedrich und aufgrund von dessen Bericht über das Unrecht, welches er ihm zugefügt hatte, (Graf) Trasmund (von Chieti).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Leo Marsicanus, Chr. Casinensis II 91 (MG SS XXXIV 345). Reg.: J p. 381; IP VIII 137 n. *73; JL I p. 552. Lit.: Di Meo, Annali VII 363; Höfler, Deutsche Päpste II 221f., 230, 249; Robert, Étienne X 58f.; Wattendorff, Stephan IX. 17, 20; Meyer von Knonau, Heinrich IV. I 27; Robert, Pape belge: Étienne X 20f.; Mann, Popes VI 210; Müller, Topographische Untersuchungen 88f.; De Bartholomaeis, Amatus von Monte Cassino, Hist. Normannorum 332f.; Whitton, Papal Policy 259f.; Dormeier, Montecassino 63f.; Gatto, Momenti di storia abruzzese 283; Johrendt, Reisen der Reformpäpste 64; Hägermann, Papsttum am Vorabend des Investiturstreits 23.

Kommentar

Der ehemalige Gesandte Leos IX. in Byzanz (n. 1133), Friedrich, konnte erst nach dem Tod Heinrichs III. (n. 1259) wagen (n. 1213), die Kurie aufzusuchen und von dem Überfall des Trasmund auf die reich beschenkt zurückkehrende Gesandtschaft und deren Ausplünderung durch den Grafen, vermutlich im Spätsommer 1054, berichten. Trasmund von Chieti hatte die Gesandten bei der Durchquerung seines Herrschaftsbereiches gefangen genommen und nur unter Auslieferung des Schatzes, den sie in Konstantinopel von Kaiser Konstantin erhalten hatten, wieder frei gelassen (Leo Marsicanus, Chr. Casinensis II 85 [MG SS XXXIV 334]; Libellus querulus eccl. Pennensis [MG SS XXX 1463], vgl. Steindorff, Heinrich II 270f.; Wattendorff, Stephan IX. 17; Sevcenko, Civitas Russorum 207; Petrucci, Ecclesiologia e politica 84; Dormeier, Montecassino 63f.; Whitton, Papal Policy 259f.; Gatto, Momenti di storia abruzzese 283; Taviani-Carozzi, Terreur du monde 204; Johrendt, Reisen der Reformpäpste 64; Schreiner, Diplomatische Geschenke 276; Hägermann, Papsttum am Vorabend des Investiturstreits 18). Während die Chronik von Montecassino kurz berichtet, dass Trasmundus Teatinus comes die Gesandten per terram suam transeuntes cepit, et universa que ferebant cum magna iniuria auferens, tandem dimisit, erfolgte dem Libellus zufolge die Landung der Gesandtschaft im Bereich des Grafen aufgrund der maritima tempestate. Der hier als crudelissimus comes Trasmundus bezeichnete Übeltäter raubte den Prälaten alles, etiam vestimenta. Möglicherweise beanspruchte der Graf den Legatenschatz als Kompensation für die Kosten, welche ihm durch die Niederlage bei Civitate am 18. Juni 1054 entstanden waren. Trasmund war damals einer der italischen Heerführer Leos IX. (vgl. n. 1078). Die Behauptung der Ann. Rom. (Duchesne II 334), die Gesandtschaft aus Konstantinopel sei erst nach dem Tod Papst Viktors II. zurückgekehrt, ist offensichtlich falsch, da Viktor II. mehrfach in Kontakt zum Leiter der Gesandtschaft, Kanzler Friedrich gestanden hat. Er suchte daher den Papst nach dessen Rückkehr aus Deutschland in der Toskana (n. 1283) auf ([Victor papa] ... reversus ... in Tusciam est. Fridericus ... comperto imp. obitu ... fiducialiter ad papam accessit), wo er universa que illi Trasmundus fecerat, pleniter referens, eundem Transmundum excommunicari fecit. Zum weiteren Verlauf vgl. n. 1293.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1285, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1057-03-00_2_0_3_5_2_957_1285
(Abgerufen am 24.10.2017).