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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Stephan (IX.) verliert seinen aus Konstantinopel mitgebrachten Schatz an die Römer, welche ihn gewaltsam an sich nehmen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Ann. Rom. (Duchesne II 334). Reg.: . Lit.: Wattendorff, Stephan IX. 54f.; Kölmel, Rom 119; Johrendt, Reisen der Reformpäpste 64f.; Hägermann, Papsttum am Vorabend des Investiturstreits 36.

Kommentar

Auch anderweitig erzählen die Quellen zum Pontifikat Stephans IX. von einem Schatz; die aus Konstantinopel stammenden Wertgegenstände des päpstlichen Kanzlers Friedrich sind noch erwähnt bei Leo Marsiacanus, Chr. Casinensis II 86 (MG SS XXXI 336) und Lampert von Hersfeld, Ann. zu 1053 (Holder-Egger, MG SS rer. Germ. 38/1894, 64). Sie führten sogar zu einem Kriegszug (nn. 1367, 1368). Außerdem wollte der Papst den Klosterschatz von Montecassino ursprünglich bei sich haben (nn. 1378-†1380). Die Ann. Rom. berichten, der Papst sei mit seinem Schatz erst von Konstantinopel gekommen, als Viktor II. schon tot (n. 1310) war (vgl. aber n. 1285); die Römer hätten ihn (wegen seines Schatzes) zum Papst gewählt (n. 1311), ihm dann den ganzen Reichtum abgenommen (totum thesaurum quod ipse a Constantinopolim conduxit per vim Romani illum abstulerunt). Daraufhin sei Stephan wütend zu seinem Bruder, Herzog Gottfried in die Toskana gereist (n. 1392). Möglicherweise ist die Darstellung eine historische Reminiszenz an die beiden anderen mit der Person Stephans IX. verbundenen "Schatzgeschichten"; die Geschichte ist insgesamt jedenfalls nicht glaubwürdig und passt auch gut zu der Legende über die Ermordung des Papstes (n. 1396).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †1318, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1057-00-00_6_0_3_5_2_990_1318
(Abgerufen am 28.03.2017).