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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Stephan (IX.) nimmt nachdem er von einer Gesandtschaft über den Tod ihres Bischofs informiert wurde (per vestros nuntios) Klerus und Volk von Fiesole (clero populoque Fesolano) wunschgemäß (per eos tuitionem et auxilium ... expetistis) in den Schutz der römischen Kirche (tuitionem et auxilium s. Romanae eccl. ... impendimus), ermahnt zur Bewahrung der Bischofsgüter ihrer Kirche bzw. zum Rückerwerb entfremdeter (bona eccl. quae supersunt custodiantur, quae male disperdita sunt recolligantur), kündigt seinen baldigen Besuch an (citissime ad vos venturi sumus) und fordert sie auf, vor seiner Ankunft keinen neuen Bischof zu wählen oder einen von anderer Seite bestimmten zu akzeptieren (nullum vobis pontificem antequam ad vos veniamus eligatis, neque ab aliquo electum suscipiatis); für den Fall seiner Verhinderung avisiert er geeignete Gesandte und ernennt den Propst zum Bistumsadministrator (quia bonus est vobis praepositus ... volumus ut de rebus interioribuis studium habeat).

Incipit:
Laudamus studium et obedientiam vestram ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: – . Kop.: 1) 12. Jh., Florenz, Bibl. naz., Conv. soppr. C 1. 2777 fol. 71. Drucke: Galletti, Ragionamento dell'origine ... della badia Fiorentina 144; Cappelletti, Chiese d'Italia XVII 39; Robert, Pape belge: Étienne X 95; Friedrich Thaner, Papstbriefe (NA 4/1879, 401-406) 401. Reg.: IP III 75 n. 3 und IP III 80 n. 1; JL 4379 (1057). Lit.: Davidsohn, Florenz I 213; Davidsohn, Forschungen I 44; Schwartz, Bistümer Reichsitaliens 206; Milo, Dissonance 85; Hägermann, Papsttum am Vorabend des Investiturstreits 45.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. IP. Der Brief ist nur fragmentarisch überliefert, insbesondere fehlt ein Eschatokoll. Beachtlich ist die von späterer Hand nachgetragene Einschränkung der Segenswünsche der Adresse: exceptis qui contra nostra canonica iussa restiterint. Es handelt sich um die Antwort des Papstes auf eine Gesandtschaft, welche den Tod des Bischofs Atinulf von Fiesole gemeldet hatte. Dieser hatte am 23. Juli 1057 noch an der Synode Viktors II. teilgenommen (vgl. n. †1309) und muss in der zweiten Jahreshälfte gestorben sein, doch wird sein Nachfolger Trasmund erst am 11. Dezember 1058 im Pontifikat Nikolaus' II. gewählt. Da Stephan IX. von einer geplanten Reise in die Toskana redet und deren Verhinderung (durch Krankheit ?) in Betracht zieht, wird das Schreiben nach der Krankheit des Papstes, um die Jahreswende 1057/8 zu datieren sein. Die Anweisungen hinsichtlich des Besitzstandes der Diözese bona eccl. quae supersunt custodiantur, quae male disperdita sunt, recolligantur lässt darauf schließen, dass die Verluste im Zusammenhang mit dem Tod des Bischofs eintraten und das Bistum möglicherweise vom Volk nach dem Tod Atinulfs geplündert wurde (vgl. nn. 892, 1156, 1376).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1356, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1057-00-00_20_0_3_5_2_1028_1356
(Abgerufen am 25.01.2017).