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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Viktor II. führt den jungen Heinrich (IV.) nach Aachen und setzt ihn als König auf den Thron.

Überlieferung/Literatur

Erw.:Ann. Altahenses 1056 (Oefele, MG SS rer. Germ. 4/1891, 53); Ann. Rom. (Duchesne II 334); Donizo, Vita Mathildis I 18 v. 1166 (Simeoni, SS rer. Ital V/2 46); Aventin, Ann. ducum Baioariae V 9 (Riezler III 77f.); Aventin, Bayerische Chr. V 34 (Lexer II 296). Reg.: Heidingsfelder, Regesten der Bischöfe von Eichstätt 75 n. 210 (1056 nach Okt. 28); Böhmer/Struve, Regesten Heinrichs IV. n. 82; JL I p. 551. Lit.: Kilian, Itinerar Heinrichs IV. 4; Meyer von Knonau, Heinrich IV. I 16f.; Hauck, Kirchengeschichte III 666; Hugelmann, Einfluss Viktors II. 213, 234; Guggenberger, Deutsche Päpste 75f.; Mann, Popes VI 202; Kehr, Vier Kapitel 59f. (ND Ders., Ausgewählte Schriften 1253f.); Bulst-Thiele, Agnes 33; Berges, Designationsrecht 192f.; Schmidt, Königsumritt 214f.; Kloos, Päpste aus Bamberg und Eichstätt 87; Schlesinger, Wahl Rudolfs 76; Schwarzmaier, Lucca und das Reich 137f.; Scheibelreiter, Regierungsantritt 3ff.; Jenal, Anno 159; Beumann, Reformpäpste als Reichsbischöfe 35; Reuling, Kur 131ff.; Goez, Gebhard I. als Papst Viktor II. 20; Robinson, Henry IV 26f.; Wendehorst, Bistum Eichstätt 61f.; Weinfurter, Canossa 46; Benericetti, L'eremo 77.

Kommentar

Gemäß der erneuten Königswahl am Sterbebett Heinrichs III. (n. 1265) und dem königlichen Vermächtnis an den Papst (n. 1264) geleitete Viktor II. den kaum sechsjährigen und bereits gekrönten König Heinrich IV. von Speyer nach Aachen, wo er ihn auf den königlichen Thron setzte und möglicherweise eine weitere Krönung an ihm vollzog. Die Ann. Altahenses berichten, dass der junge König per d. papam ad Aquasgrani deducitur et in sede regali collocetur; die Quelle gibt somit den Ort und – da der Kaiserthron im Aachener Münster stand – auch die genaue Lokalität an (ebenso Aventin). Die Ann. Rom. formulieren dagegen: pontifex tradidit regnum per investimentum dicto puero Heinrico, während Donizo nur sagt: Victor regem laudavit papa recentem. Nur Aventin spricht in der Bayerischen Chr. von einer Krönung, alle anderen Aussagen sind eher als eine Thronsetzung oder Investitur mit anderen Herrschaftszeichen als der Krone zu verstehen. Möglicherweise ist im Zusammenhang mit der Feier in Aachen auch ein vom Papst veranlasster Treueid der Fürsten auf Heinrich IV. zu sehen, den Leo Marsicanus überliefert (Chr. Casinensis II 91 [MG SS XXXIV 345]: [papa] filioque parvulo ... regni totius optimates iurare faciens, eumque in regno confirmans) (n. 1265). Das Datum des Aachener Einsetzungsaktes ist in den Quellen nicht überliefert, doch fand es nach der Bestattung Heinrichs III. in Speyer (n. 1269) statt. Da die Beerdigung auf den 28. Oktober datiert ist, und Aachen ca. 250 km von Speyer entfernt liegt, kann der königliche Hof mit dem Papst kaum vor dem 2. November in Aachen angelangt sein; die Aachener Feier ist daher nach diesem Datum anzusetzen. Mit der von Viktor II. durchgeführten Maßnahme wurde der neue Herrscher legitimiert.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1270, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1056-11-02_1_0_3_5_2_942_1270
(Abgerufen am 28.03.2017).