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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Viktor II. wird von Bischof (Thietmar/Dietmar) von Chur aufgesucht, der ihm über ein am Grab Papst Leos IX. geschehenes Wunder berichtet und den skeptischen Papst so von der Heiligkeit seines Vorgängers überzeugt.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Desiderius von Montecassino, Dialogi (MG SS XXX 1145). Reg.: . Lit.: Tellenbach, Libertas 128, 223; Barth, Kult Leos IX. 183; Schimmelpfennig, Heilige Päpste 86.

Kommentar

Desiderius berichtet, der Bischof von Chur sei mit Viktor II. aus Deutschland nach Rom gekommen. Es ist anzunehmen, dass Bischof Thietmar/Dietmar den Elekten Gebhard von Eichstätt nach Rom zu seiner Inthronisation als Papst geleitet hat. Der Bischof war mit eigenem Gefolge gereist und einer der Diener war stumm. Bei seiner Abreise hatte der Bischof diesen nach dem Abschied in der Petersbasilika vergessen und ließ ihn durch andere Begleiter holen. Diese fanden den Stummen in der Peterskirche am Grab Leos IX. stehend ins Gespräch mit Pilgern vertieft. Der Geheilte sah die Ursache seiner Genesung in einem Wunder Papst Leos IX., und der zurückgeeilte Churer Bischof unterbreitete dies dem amtsspezifisch skeptischen (Schimmelpfennig) Viktor II., der daraufhin seine reservierte Haltung dem Vorgänger gegenüber aufgegeben habe. Über Wunder am Grab Leos IX. berichtet neben den Viten des Papstes auch Manegold, Liber ad Gebehardum VIII (Francke, MG Ldl I 326), vgl. auch nn. 1148, 1149, 1156, 1160.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1214, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1055-04-00_5_0_3_5_2_886_1214
(Abgerufen am 23.03.2017).